16.02.2017

Neues Beobachtungsgebiet zum Schutz der Hausgeflügelbestände

Der am 15. Februar 2017 erfolgte Nachweis des Erregers der Aviären Influenza vom Subtyp H5N8 in einem Entenmastbestand in Lietzen (Landkreis Märkisch-Oderland) – die ca. 15.000 Mastenten an diesem Standort mussten nach den Vorgaben der Geflügelpest-Verordnung getötet werden – hat Auswirkungen bis in den Nachbarkreis Oder-Spree. Ein um den Betrieb angelegtes Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens 10 Kilometern reicht bis in den Norden des Landkreises Oder-Spree. Zum Schutz der Hausgeflügelbestände vor einer Einschleppung des Erregers der Geflügelpest hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree am 16. Februar 2017 eine Tierseuchenallgemeinverfügung erlassen. Das neue Beobachtungsgebiet schließt folgende Gemeinden, Ortsteile, Teilorte und Wohnstätten ein: Sieversdorf, einschließlich Ausbau, Alt Madlitz, einschließlich Vorwerk, Madlitzer Mühle, Wilmersdorf, einschließlich Vorwerk, Arensdorf, Hasenfelde, Heinersdorf, Fritzfelde und Behlendorf.

Beobachtungsgebiet im Norden des Landkreises

Im Norden und Osten beginnt das Beobachtungsgebiet für den Landkreis Oder-Spree an der Kreisgrenze zu Märkisch Oderland. Im Süden wird das Beobachtungsgebiet begrenzt durch den Waldweg entlang der Waldkante Sieversdorfer Heide von Sieversdorf nach Petersdorf, vor dem Ortseingang Petersdorf durch den Waldweg zur Madlitzer Mühle, weiter durch den Waldweg nach Wilmersdorf Vorwerk zwischen Madlitzer See und Petersdorfer See und weiter durch den Waldweg nach Hasenfelde. Im Westen wird das Beobachtungsgebiet begrenzt durch den Waldweg von Heinersdorf in Richtung Friedrichshof, beginnend in Höhe der Abzweigung von der Landstrasse L 36 nach Tempelberg.

Tierseuchenrechtliche Maßnahmen angeordnet

Folgende tierseuchenrechtliche Maßnahmen werden im Beobachtungsgebiet des Landkreises Oder-Spree amtstierärztlich angeordnet:

  • An den Hauptzufahrtswegen zu dem Beobachtungsgebiet werden Schilder angebracht mit der Aufschrift “Geflügelpest-Beobachtungsgebiet”.
  • Wer im Beobachtungsgebiet Geflügel oder Federwild hält, hat dies unter Angabe der Nutzungsart und des Standortes der Tiere sowie der Größe des Bestandes unverzüglich dem Amtstierarzt anzuzeigen.
  • Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenes Federwild ist in geschlossenen Ställen abzusondern.
  • Die Jagd auf Federwild ist untersagt.
  • Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte von Geflügel dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden.
  • Gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestandes dürfen nicht freigelassen werden.
  • Die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten.
  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel oder sonstige Materialien, die Träger des hoch pathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Der Tierhalter hat sicherzustellen, dass die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- oder Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen und Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt, desinfiziert und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird.

Die erlassene Tierseuchenallgemeinverfügung tritt mit dem auf die Bekanntmachung folgenden Tag in Kraft und gilt bis zu deren Aufhebung.

Medieninformation Landkreis Oder-Spree