09.10.2018

Antragsfristen der neuen Kulturförderrichtlinie beachten

Der Kulturarbeit in ländlich geprägten Räumen kommt in Zeiten des fortschreitenden strukturellen Wandels eine besondere Bedeutung zu. Jenseits der Kulturangebote der umliegenden Städte haben sich vielerorts engagierte Gruppen, Initiativen und Strukturen entwickelt, die auf authentische und identitätsstiftende Weise zur Standortentwicklung und nachhaltigen Belebung unserer Region beitragen. Dabei gewinnt die unmittelbare Einbeziehung der Menschen vor Ort – jenseits der Angebotserweiterung und Attraktivitätssteigerung für Ausflugsgäste – an Bedeutung. Kulturakteure übernehmen in zunehmendem Maße Verantwortung für lokale Themen und Fragestellungen und leisten einen unverwechselbaren Beitrag zur Entwicklung des Gemeinwesens und der demokratischen Kultur vor Ort.

Kulturelle Vielfalt nachhaltiger Entwicklungsfaktor

Aus der Sicht des Landkreis Oder-Spree ist das kulturelle Leben in der Region unabdingbar für eine nachhaltige Kreis- und Standort- als auch Tourismusentwicklung. Kunst und Kultur dienen der Kommunikation und kulturelle Akteure und Einrichtungen sind ausgewiesene Orte der Begegnung. Durch die Förderung innovativer Projekte sollen zudem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene für die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermutigt und befähigt werden.
In diesem Sinne gewinnt die gültige Kulturentwicklungskonzeption des Landkreises aus dem Jahr 1999 heute wieder an Bedeutung. Entwickelt und verfasst in Nachwende-Zeiten liefert diese inspirierende Anknüpfungspunkte für heutige Fragen und Herausforderungen einer sich wandelnden Akteurs- und Kulturlandschaft.

Neue Kulturförderrichtlinie erarbeitet

In Anlehnung an die bisherige Förderpraxis vor Ort sowie die heute breit gefächerte Förderlandschaft auf kommunaler, Landes-, Bundes- und Europaebene wurden unlängst – in Rücksprache mit erfahrenen Nutzern sowie Experten des neu besetzten Kulturbeirats – die Richtlinien des Landkreises zur Kulturförderung an heutige Standards angepasst. Zur besseren Handhabe für Fördermittelgeber und -empfänger hat der Kreistag des Landkreises schließlich am 26. September 2018 eine geänderte Fassung der Kulturförderrichtlinie beschlossen. Darin sind unter anderem künftig verbindliche Antragsfristen geregelt: Letzter Termin für die Abgabe von Anträgen für 2019 mit einer Fördersumme über 1.500 Euro ist der 30. November 2018. Anträge für Projekte der ersten Jahreshälfte 2019 mit einer Fördersumme von bis zu 1.500 Euro müssen ebenfalls bis zu diesem Termin gestellt werden bzw. für die zweite Jahreshälfte bis zum 31. Mai 2019 im Kulturamt vorliegen.

Entscheidend für eine Projektförderung ist, ob das Vorhaben von regionaler Bedeutung und inhaltlich, strukturell und finanziell gut nachvollziehbar ist. Alle inhaltlichen und praktischen Fragen zur Antragstellung sollten daher rechtzeitig – jederzeit gerne auch in Rücksprache mit dem Kultur- und Sportamt des Landkreises – geklärt werden. Bei der Antragsberatung achtet der Landkreis auf die Wahrung des Subsidiaritätsprinzips, das die Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Entfaltung der Fähigkeiten der einzelnen Kulturakteure und -einrichtungen, der Gemeinden und Ämter anstrebt. Eine Eigenbeteiligung der Antragsteller sowie die finanzielle Beteiligung auf lokaler Ebene werden dementsprechend erwartet.

In diesem Jahr bereits über 100 freie Projekte gefördert

Im laufenden Jahr konnten bisher bereits rund 100 freie Projekte mit einem Gesamtumfang in Höhe von rund 185.000 Euro gefördert werden, darunter rund 75 Vorhaben mit einem Förderbetrag bis zu 1.500 Euro und rund 25 Vorhaben mit einem Förderbetrag über 1.500 Euro. Darunter Vorhaben, die die Kulturlandschaft des Landkreises maßgeblich prägen, wie:
Alinae Lumr – Festival / Storkow
Ermutigung – Kunst von Menschen mit Beeinträchtigung / Fürstenwalde
Film ohne Grenzen / Bad Saarow
Heimatmuseum im Haus des Gastes / Müllrose
Jazztage / Fürstenwalde
Jenseits von Millionen – Festival / Friedland
Jugend musiziert / regionaler Vorausscheid
Jugendkunstpreis / Erkner
Kunstpleinair Endmoräne / Eisenhüttenstadt
LandKunstLeben / Steinhöfel
Ludwig Leichardt Museum / Trebatsch
Musik für St. Marien / Beeskow
Netzwerk Kulturtourismus / Märkisch Oderland – Oder-Spree
sowie diverse große Dorfjubiläen.

Am 10. und 11. Oktober sind Interessierte jeweils um 17 Uhr zu einer sogenannten Antragsfitness auf die Burg Beeskow eingeladen. Hier gibt es allgemeine Hinweise zu zentralen Fragen wie: Was macht einen guten Antrag aus? Was kann gefördert werden? Worauf wird bei der Jurierung geachtet? Welche Förderprogramme kommen für eine mögliche Kofinanzierung in Frage? Zudem ist im 1. Quartal des kommenden Jahres eine Regionalkonferenz geplant, bei der es – über die Projektförderung im Einzelfall hinausgehend – darum geht, welche Entwicklungspotentiale, Qualifizierungs- und Vernetzungsbedarfe in der Kulturlandschaft des Landkreises aktuell gesehen werden.

Die neue Förderrichtlinie sowie entsprechend überarbeitete Antragsformulare können ab sofort auf der Homepage des Landkreises Oder-Spree abgerufen werden. Vor Antragsstellung empfiehlt sich der Kontakt zum Kulturamt des Landkreises. Ansprechpartnerin ist Luisa Schönfeld, erreichbar unter Tel.: 03366 35-2704 oder per Mail luisa.schoenfeld@l-os.de.

Landkreis Oder-Spree, Kultur- und Sportamt