07.01.2019

Über 1.400 Gäste besuchen Bürgerempfang des Landkreises

Als nicht zu übersehendes Indiz für die über 25 Jahre gewachsene Verbundenheit mit dem Landkreis Oder-Spree erwies sich am Sonntag (6. Januar 2019) die enorme Resonanz der Bürgerinnen und Bürger auf den erstmals für alle offenen Neujahrsempfang des Landkreises. Schon gegen Mittag hatten sich mehr als 1.400 Gäste in die Besucherlisten am Eingang des Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Technischen Zentrums (FKTZ) in Fürstenwalde eingetragen. Landrat Rolf Lindemann bescheinigte dem Landkreis in seiner Ansprache eine „erfreuliche Vitalität“, dankte den Mitmachern, die mit Zufriedenheit auf all das zurückblicken könnten, was in den zurückliegenden 25 Jahren gelungen sei und rief jeden dazu auf, seine bürgerschaftliche Rolle aktiv auszufüllen.

Akteure aus Oder-Spree zeigen Vielfalt unserer Region

Als kurz nach 11 Uhr die Musiker des Traditionsspielmannszuges EKO aus Eisenhüttenstadt in die Halle einzogen, hatten sie Mühe, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. Wo sonst Einsatzfahrzeuge für den Katastrophenfall bereitstehen, hatte am Sonntagvormittag eine stattliche Bühne, umgeben von einem „Marktplatz“ aus Zelten, Platz gefunden. Ganz unterschiedliche Akteure aus Oder-Spree sorgten dort für ein vielseitiges Angebot.

Der Kreisbauernverband Oder-Spree war mit großer Zugmaschine nicht zu übersehen, regionale Erzeuger boten an ihren Ständen Kostproben an, der Tourismusverband Seenland Oder-Spree machte mit Quiz und Tombola neugierig auf Ausflugsziele in der näheren Umgebung. Nicht zu kurz kam der musikalische Genuss: Die „Golden Voices“ überzeugten mit ihren starken Stimmen, das 1. Brandenburgische Gardemusikkorps Fürstenwalde und das Saxofonquartett der Musikschule Oder-Spree spielten beeindruckend auf. Leselust weckten die Mitarbeiter der Fahrbibliothek des Landkreises, die Kostümgruppe des Heimatvereins Erkner brachte den Besuchern Werke Gerhart Hauptmanns näher. Umweltamt und Naturschutzbeirat informierten über Fragen des Naturschutzes. Ein Heimspiel war der Empfang für die ehrenamtlichen Helfer im Brand-, Zivil und Katastrophenschutz, die im FKTZ seit dem Vorjahr eine dauerhafte Anlaufstelle gefunden haben.

Außergewöhnliche Herausforderungen gemeistert

Der Landrat erinnerte in seiner Rede exemplarisch an außergewöhnliche Herausforderungen in der 25-jährigen Entwicklung des Landkreises: die gravierenden Strukturanpassungen in der Gründungsphase, die „schicksalhafte Prüfung“ durch die Oderflut 1997, die Bewältigung des Flüchtlingsgeschehens im Jahr 2015 oder die Umsetzung der Arbeitsmarktreform Hartz IV. Hier fiel die Entscheidung, in Oder-Spree den Weg des ausschließlich kommunal getragenen Jobcenters zu wählen. „13 Jahre später kann genau auf diesem Feld mit der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einer der größten Erfolge in der Geschichte des Landkreises verbucht werden“, bilanzierte Rolf Lindemann. Im Zusammenwirken mit heimischer Wirtschaft, den sozialen Trägern und vor allem den kreisangehörigen Kommunen sei es gelungen, die Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen deutlich zu reduzieren - von einst 25.000 Personen auf 9.500, erläuterte der Landrat. „Das ist immer noch zu viel, aber wir sind ja auch noch nicht am Ziel“, so Rolf Lindemann.

2019 - ein Jahr wichtiger Wahlentscheidungen

Mit Blick auf das Jahr 2019 richtete der Landrat den Fokus auf die drei in diesem Jahr in Brandenburg anstehenden Wahlen. Er appellierte, „die Stimme - im tatsächlichen wie im übertragenen Sinne - nicht leichtfertig an diejenigen zu verschenken, die dieses Land und die mit ihm verbundene Lebensqualität madig machen und den Untergang beschwören, bisher aber keinen einzigen brauchbaren Gedanken beigetragen haben, wie sie die von ihnen als schrecklich beklagten Verhältnisse denn verändern wollen.“ Eine wichtige Wahlentscheidung stelle auch die zeitgleich mit der Kommunalwahl Ende Mai stattfindende Europawahl dar. „Wir sollten uns darauf besinnen, was wir an diesem friedlichen Europa haben“, sagte Rolf Lindemann und forderte zum regen Austausch auf: „Reden wir also miteinander, ringen wir weiter um die demokratisch besten Ansätze.“

Pressestelle Landkreis Oder-Spree