14.08.2019

Landkreis beteiligt sich am Projekt »Qualitätsdialoge Frühe Hilfen«

Wie kann es gelingen, die Qualität der Frühen Hilfen für Familien stetig zu verbessern? Dieser Herausforderung stellen sich über 20 Kommunen aus dem gesamten Bundesgebiet – darunter der Landkreis Oder-Spree – beim Projekt „Qualitätsdialoge Frühe Hilfen“ des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Das Netzwerk Frühe Hilfen des Landkreises Oder-Spree mit seinen sechs  Regionalnetzwerken beteiligt sich an dem zweijährigen Prozess, um die kommunalen Netzwerkstrukturen Früher Hilfen qualitätsgesichert und familienfreundlich weiterzuentwickeln und richtet am 21. und 22. August auf der Burg Beeskow eine erste Qualitätsentwicklungswerkstatt aus. An dem partizipativen Dialog nehmen Vertreterinnen und Vertreter aus den Kommunen Chemnitz, Berlin Pankow, Hamburg-Harburg und dem gastgebenden Landkreis Oder-Spree teil.

Gemeinsam für Familien mit Kindern von null bis drei Jahren

„Nach dem Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen im Landkreis Oder-Spree gilt es jetzt, den politischen Rückhalt für die Frühen Hilfen zu stärken, die Frühen Hilfen bei Eltern und Fachkräften bekannter zu machen und die Konzeption der Angebote Früher Hilfen zu verbessern“, sagt Netzwerkkoordinierende Jeanett Kleinert. „Wir sehen es als eine Chance an, mit fachlicher Beratung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen und gemeinsam mit anderen Kommunen die Qualitätsentwicklung unserer Frühen Hilfen voranzutreiben.“

Die an der Qualitätsentwicklungswerkstatt teilnehmenden Fachkräfte stammen aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen, der Verwaltung sowie dem Ehrenamt. Auch Eltern und Elternvertretungen sind am Prozess beteiligt. Bis März 2021 erproben die Kommunen verschiedene Instrumente und Methoden zur Qualitätsentwicklung. „Unser Ziel ist es, dass die Unterstützungsangebote bei den Familien schnell, passgenau und bedarfsgerecht ankommen. Dafür beteiligen wir uns an einem intensiven Qualitätsentwicklungsprozess“, erklärt der Amtsleiter des Jugendamtes Philipp Lampert. Auftakt dafür ist das zweitägige Arbeitstreffen in Beeskow.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus den wissenschaftlich begleiteten „Qualitätsdialogen Frühe Hilfen“ stellt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen anschließend allen Kommunen bundesweit zur Verfügung. Das Projekt wird aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von der Stiftung Auridis gGmbH gefördert. Die Prozessbegleitung übernimmt das vom NZFH beauftragte Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung.

Angebote der Frühen Hilfen stehen allen Familien offen

Seit 2012 unterstützt das Netzwerk Frühe Hilfen des Landkreises Oder-Spree Familien ab der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr der Kinder. Die im Netzwerk koordinierten Angebote der Frühen Hilfen stehen allen Familien offen. Sie richten sich insbesondere an Eltern mit familiären Belastungen, wie zum Beispiel bei sehr früher Elternschaft, Mehrlingsgeburten oder fehlender familiärer Unterstützung. Die freiwilligen und niedrigschwelligen Angebote entlasten Eltern und stärken deren Beziehungs- und Erziehungskompetenz. Ziele der Frühen Hilfen sind, Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen und Entwicklungsbenachteiligungen frühzeitig vorzubeugen. Frühe Hilfen werden in multiprofessionellen und fachübergreifenden Netzwerken koordiniert. Im Landkreis Oder-Spree  arbeiten viele Institutionen vor allem aus dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe zum Wohl der Familien zusammen. Zu den Einrichtungen gehören u.a. Schwangerschafts- und Familienberatungsstellen, Geburtskliniken, Frühförderstellen, Sozialpädiatrische Zentren, Beratungsstellen, Kindertagesstätten, Gynäkologen, Kinderärzte, Hebammen, Familiengesundheits-Kinderkrankenpflegerinnen sowie Jugend- und Gesundheitsämter.

Medieninformation Landkreis Oder-Spree