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Kernzone der Afrikanischen Schweinepest ausgeweitet

Wegen des amtlich festgestellten Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen im Landkreis Oder-Spree, Amtsgemeinde Neuzelle, Ortsteil Kummro, hat der Landkreis mit Datum vom 18. September 2020 eine weitere Tierseuchenallgemeinverfügung erlassen.

Darin wird die Ausweitung der mit besonders starken Restriktionen versehenen Kernzone festgelegt, die nach dem in der vergangenen Woche festgestellten Erstausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Schwarzwild bereits bestimmt wurde. Das Kerngebiet umfasst jetzt im Landkreis Oder-Spree die Gemarkungen:

  • Coschen
  • Steinsdorf
  • Breslack
  • Ratzdorf
  • Wellmitz
  • Streichwitz
  • Bomsdorf
  • Schwerzko
  • Neuzelle
  • Teile der Gemarkung Eisenhüttenstadt
  • Teile der Gemarkung Lawitz
  • Möbiskruge
  • Kobbeln
  • Treppeln
  • Bahro
  • Ossendorf
  • Göhlen

Die topografische Darstellung des Gebietes kann hier eingesehen werden. Weiterhin werden die Daten in das Geoportal des Landkreises Oder-Spree eingepflegt.

Im Kerngebiet, das mit einem elektrischen Weidezaun gesichert und entsprechend ausgeschildert wird, ist das Betreten des Waldes und der offenen Landschaft, d. h. Felder, Wiesen und Ackerflächen, verboten. Die Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen ist im gesamten gefährdeten Gebiet vorläufig untersagt. Ausgenommen hiervon sind Weidehaltungen.

Fahrzeugverkehr in und aus dem Kerngebiet ist nur den vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree benannten Personen gestattet. Anwohner und Anlieger sind von dieser Regelung ausgenommen.

Die als gefährdetes Gebiet ausgewiesene Zone umfasst in Oder-Spree wie bisher folgende Gemeinden, Ortsteile, Teilorte und Wohnstätten:

  • Gemeinde Grunow-Dammendorf
  • Gemeinde Mixdorf
  • Gemeinde Siehdichum
  • Gemeinde Schlaubetal
  • Gemeinde Neuzelle
  • Gemeinde Neißemünde
  • Gemeinde Lawitz
  • Stadt Eisenhüttenstadt
  • Gemeinde Vogelsang
  • Gemeinde Ziltendorf
  • Gemeinde Wiesenau
  • die Gemarkungen der Stadt Friedland: Günthersdorf, Lindow, Weichensdorf,
  • Groß Muckrow, Klein Muckrow, Chossewitz, Groß Briesen, Reudnitz, Oelsen

Auch in diesem Bereich bestehen aus Gründen des Tierseuchenschutzes deutliche Einschränkungen, unter anderem ein vorläufiges Jagdverbot für alle Tierarten und Restriktionen für Landwirte.

Außerhalb des gefährdeten Gebiets wurde zudem eine Pufferzone festgelegt. Diese umfasst für den Landkreis Oder-Spree die Gemeinden:

  • Brieskow-Finkenheerd
  • Groß Lindow
  • Müllrose
  • Ragow-Merz
  • Beeskow
  • die Gemarkungen der Stadt Friedland: Zeust, Kummerow, Leißnitz, Friedland, Niewisch, Karras, Pieskow, Schadow

Auch dort gelten gemäß Schweinepest-Verordnung für die Dauer der Sperrmaßnahmen eine Reihe tierseuchenrechtlicher Maßnahmen, die in der Allgemeinverfügung vom 18.09.2020 nachgelesen werden können.

Noch am Donnerstagabend haben Landrat Rolf Lindemann und die Beigeordnete für Ländliche Entwicklung, Gundula Teltewskaja, die Bürger vor Ort in Neuzelle über die aktuelle Lage und die jetzt erforderlichen Schritte bei der Bewältigung des Seuchenausbruchs im Schwarzwildbestand informiert. „Es handelt sich um ein sehr dynamisches Geschehen, das uns vor große Herausforderungen stellt“, schätzt Rolf Lindemann, Landrat des Landkreises Oder-Spree, ein. Die Anstrengungen aller Beteiligten seien darauf ausgerichtet, ein Übergreifen des Virus in die Schweinebestände zu verhindern. Der einberufene Krisenstab arbeite eng abgestimmt mit dem Land die erforderlichen Maßnahmen ab. Operativ wird der Landkreis bei der Bewältigung der Situation unter anderem von Landesbehörden, der Polizei, dem Technischen Hilfswerk, Jägern und Landwirten unterstützt.

Priorität hat zunächst die Einzäunung der neu definierten Kernzone. Es geht um zusätzliche rund 30 Kilometer elektrischen Weidezaun, die seit heute schnellstmöglich errichtet werden. In einem nächsten Schritt werden die Bergung von Fallwild und die weitere Fallwildsuche im teils schwer zugänglichen Kerngebiet intensiviert.

Die Kreisverwaltung hat für Fallwildmeldungen und allgemeine Fragen zur Afrikanischen Schweinepest Hotlines eingerichtet (Montag bis Sonntag von 8 bis 16 Uhr):

  • Bürgerfragen zur Afrikanischen Schweinepest: Telefon 03366 35-2035
  • Meldung von Fallwild: Telefon 03366 35-2020 (Meldungen sind auch über die E-Mail: fallwildmeldung@l-os.de und die App Tierfund-Kataster möglich.

Medieninformation Landkreis oder-Spree

Datum: 18. September 2020