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Weniger Nutzungseinschränkungen in den Restriktionszonen

Am Abend des 9. September 2020 wurde das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree über den Fund eines Fallwildes im benachbarten Landkreis Spree-Neiße, Gemeinde Schenkendöbern Ortsteil Sembten informiert. Das Fallwild stand unter dem erhärtetem Verdacht, Träger der Afrikanischen Schweinepest zu sein – mit dem positiven Befund durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte sich diese Sorge der Veterinärbehörden und erstmals wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen. Auf diesen positiven Erstbefund folgten am 15. September 2020 – weniger als eine Woche später – einhergehend mit einer breiten Maßnahmenpalette zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung auch erste Funde im Landkreis Oder-Spree.

Der Erstbefund in Schenkendöbern liegt heute 463 Tage, etwa 600 Kilometer Festzaun im Landkreis Oder-Spree, unzählige Arbeitsstunden der akuten Bekämpfung aus Planung, Bergung und Suche von Fallwild, Jagden und vieles mehr zurück. Ein erfolgreicher Kampf, der im Landkreis Oder-Spree nun zum Ergebnis hat, dass die Nutzungsbeschränkungen in allen Kerngebieten, die flächenmäßig im Landkreis Oder-Spree liegen, gelockert werden können. Insgesamt wurde die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg durch das Veterinär-Notfallteam der EU-Kommission als wirksam beurteilt.

Im Landkreis Oder-Spree wurde das Virus im November 2021 bei 16 Stücken Fallwild nachgewiesen. Im Dezember 2021 liegt bisher kein positiver Befund vor.

Wenngleich mit der neuen Allgemeinverfügung die Aufhebung einiger Nutzungseinschränkungen in den Kerngebieten wieder mehr Möglichkeiten bspw. der Bewegung oder der wirtschaftlichen Nutzung eingeräumt werden, so ist die Seuchenbekämpfung noch nicht abgeschlossen. Um den Bekämpfungserfolg nicht zu gefährden, bleiben die Zäune als Schwarzwildbarrieren stehen und die Tore müssen nach Nutzung weiterhin verschlossen werden. Auch sind Hunde nach wie vor an der Leine zu führen, um das Schwarzwild nicht zu beunruhigen und um keine Virusverschleppung herbeizuführen.

Die Schweinehalter sind weiterhin gehalten, die hohen Anforderungen an die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Die Abfertigung von Schlacht- und Nutztiertransporten erfolgt weiter nach blutserologischen und klinischen Untersuchungen, Gesundheitsbescheinigungen und mit Verplombung der Fahrzeuge durch amtliche Tierärzte des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

An anderer Stelle wird die Entnahme des Schwarzwildes weiter verstärkt durchgeführt. Ziel ist es, die Wirte für diese Tierseuche aus den Kerngebieten und der weißen Zone zu entnehmen und in den kommenden Jahren wieder eine gesunde Schwarzwildpopulation aufzubauen.

Schwerpunkte der kommenden Wochen und Monate wird die Entnahme von Schwarzwild in den Kerngebieten südlich und nördlich der Autobahn A 12 sowie im gesamten Spreetal sein, wo sich in den Wintermonaten eine sehr hohe Schwarzwildpopulation einfindet.

Gefundenes Schwarzwild ist dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unter der bekannten Telefonnummer 03366 35-2020 oder per E-Mail an: fallwildmeldung@l-os.de unverzüglich zu melden.

Insgesamt ist dieser Erfolg nur durch den unermüdlichen Einsatz

  • der Jäger bei der verstärkten Entnahme und der dadurch bedingten Absenkung der Wirtspopulation,
  • des Landesforstbetriebes,
  • des Stiftes Neuzelle,
  • des Technischen Hilfswerkes,
  • der Feuerwehren,
  • der Bundeswehr,
  • vieler freiwilliger Helfer,
  • Kadaversuchhunde,
  • Drohnen und Hubschrauber bei der Fallwildsuche,
  • der Firma Wild Vet, den Zaunbaufirmen und des Bergeteams bei der Beprobung und Bergung von Fallwild, der effektiven und vor allem schnell gesetzten vorläufigen und festen Zäune als Barrieren zur Erschwerung der Ausbreitung der Tierseuche

und durch das vernünftige Verhalten Aller, die mit den Auswirkungen der Maßnahmen umgehen mussten, zurückzuführen.

Pressestelle Landkreis Oder-Spree

Datum: 22. Dezember 2021