Zusatzinformationen
01.10.2015

Landkreis benötigt zusätzliche Flüchtlingsquartiere

Brandenburg hat im September 7.037 Asylsuchende neu aufgenommen. Damit kamen innerhalb eines Monats mehr Flüchtlinge ins Land als im gesamten vergangenen Jahr (2014: 6.315 Flüchtlinge), teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Angesichts des drastischen Anstiegs der Flüchtlingszahlen müssen die Landkreise kurzfristig deutlich mehr Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung aufnehmen als bisher. Für den Landkreis Oder-Spree bedeutet das, zusätzlich zur ohnehin vorgesehenen Unterbringung von wöchentlich 64 Schutzsuchenden sind binnen weniger Tage Unterkünfte für 88 Personen bereitzustellen. Darüber hat Dezernent Rolf Lindemann, der die Stabsstelle Flüchtlingsintegration der Kreisverwaltung Oder-Spree leitet, am Mittwochabend den Kreistag informiert.

Integration nicht aus den Augen verlieren

Die Flüchtlingszahlen scheinen keine Grenze nach oben zu kennen, blickte Lindemann voraus. Gemeinsam mit Landrat Manfred Zalenga dankte er den Städten und Gemeinden, den freien Trägern und Ehrenamtlern für ihre Unterstützung bei der Bewältigung der auch zuvor schon angespannten Unterbringungssituation. Rolf Lindemann appellierte vor dem Kreistag eindringlich, auch in der derzeit schwierigen Lage die Integration der Flüchtlinge nicht aus den Augen zu verlieren. Um zunächst jedoch die Herausforderungen bei der Unterbringung von Schutzsuchenden zu schultern, hält er es für erforderlich, Ordnungsvorschriften pragmatisch anzuwenden. Der Landkreis prüft verschiedenste Möglichkeiten, um Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu verhindern, darunter die vorfristige Nutzung eines Gebäudes der ehemaligen Kaserne im Bad Saarower Ortsteil Petersdorf, die Aufstockung der Kapazitäten in vorhandenen Flüchtlingsunterkünften und die vorübergehende Unterbringung von Schutzsuchenden in Pensionen oder Hotels.

Erstmals Turnhalle als Notunterkunft

Erst Anfang der Woche hatte der Landkreis Oder-Spree am Standort Eisenhüttenstadt des Oberstufenzentrums erstmals Flüchtlinge in einer als Notunterkunft hergerichteten Turnhalle untergebracht. 60 Plätze sind in der kleinen Halle vorhanden. Eisenhüttenstadt ist als Hauptstandort der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Brandenburg bereits extrem gefordert. „Doch wir haben keine Wahl. Wir müssen Eisenhüttenstadt behandeln, wie andere Kommunen auch“, schildert Rolf Lindemann. Nach derzeitigen Planungen will der Landkreis etwa 300 Personen in Eisenhüttenstadt unterbringen und ist dazu in enger Abstimmung mit Bürgermeisterin Dagmar Püschel und den großen Vermietern der Stadt. Insgesamt hat der Landkreis Oder-Spree in diesem Jahr bislang rund 1.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Medieninformation Landkreis Oder-Spree