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Modellprojekt des Landkreises stärkt ärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Zur Stabilisierung der ärztlichen Versorgung in ländlich geprägten Regionen hat der Kreistag des Landkreises Oder-Spree die Kreisverwaltung mit der Errichtung zweier Arztpraxen in Friedland beauftragt. Entstehen soll ein Praxisgebäude in Holzbauweise, das der Landkreis an zwei Ärzte vermieten wird. Das Ärztehaus in Sichtweite der Burg Friedland wird als anpassungsfähiger modularer Bautyp entwickelt. Damit ergibt sich die Option, an anderen Orten zukünftig weitere Gebäude gleichen Grundtyps realisieren zu können.

Computeranimation: modulare Doppelpraxis in Friedland - Stand Januar 2021 © TRU Architekten Computeranimation: modulare Doppelpraxis in Friedland - Stand Januar 2021

Parallel zur derzeit laufenden Planungsphase wurde Ende März mit der Beräumung des Baufeldes begonnen. Zum Beginn der Abbrucharbeiten hob Michael Buhrke, Beigeordneter und Dezernent für Finanzen und Innenverwaltung des Landkreises Oder-Spree, die Teamarbeit hervor, die zu dieser Lösung geführt hat: „Hier haben viele kleine Rädchen perfekt ineinander gegriffen. Wir haben sehr konstruktive Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, den Ärzten, die diesen Standort nutzen werden, und der Stadt Friedland geführt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wir schaffen hier ein Modellprojekt, an das wir – sofern anderorts ähnliche Rahmenbedingungen gegeben sind – anknüpfen können.“ Das mit einem modernen Energiekonzept versehene Objekt soll Ende 2022 fertiggestellt sein. Direkt am Ärztehaus wird dann auch eine Bushaltestelle zur Verfügung stehen. Die nördliche Giebelseite des Neubaus wird daher als geschützter Wartebereich ausgestaltet.

Die bauliche Umsetzung erfolgt in Regie des Amtes für Infrastruktur und Gebäudemanagement der Kreisverwaltung. Dessen Leiter Stanley Fuls nennt das Vorhaben ein „schönes Projekt für die ländliche Entwicklung“. Das Gebäude – ein länglicher Baukörper mit Satteldach – widerspiegelt in zeitgemäßer Architektursprache die regionalen Bauweisen und gliedert sich so harmonisch in die bauliche Struktur des Ortes ein. Eingeflossen in das architektonische Konzept sind auch Erkenntnisse aus dem aktuellen Pandemiegeschehen. So erhält das Haus, ergänzend zum zentralen Eingangsbereich, am Ende der Flure separate Zugänge für infektiöse Patienten.

Starkes Augenmerk wurde darauf gelegt, ein Gebäude zu errichten, dessen Energiekonzept zukunftsweisend ist. „Wir bauen hier ein Plusenergiehaus“, berichtet Stanley Fuls. Es wird in der rechnerischen Bilanz mehr Energie produzieren, als es verbraucht. Viele Details tragen dazu bei: Die Wärmeversorgung erfolgt mittels Erdsonden und Sole-Wasser-Wärmepumpe. Die Wärmepumpe wird reversibel ausgeführt, so kann im Sommer auch der Kühlbedarf des Gebäudes gedeckt werden. Hinzu kommen eine mechanische Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, eine Photovoltaikanlage und ein Lichtkonzept unter optimaler Nutzung von Tageslicht.

Pressestelle Landkreis Oder-Spree

Datum: 29. März 2021