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08.01.2016

Neujahrsempfang als Bühne für das Ehrenamt

Rund 200 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie von Verbänden und gemeinnützigen Organisationen haben am Freitag in Beeskow den Neujahrsempfang des Landkreises Oder-Spree für einen ersten Gedankenaustausch im Jahr 2016 über die weitere Entwicklung der Region genutzt. Die bestimmenden Themen der Reden und Gespräche waren die Bewältigung des Flüchtlingszustroms, die Debatte um neue Verwaltungsstrukturen in Brandenburg und die Entwicklung der Kreisumlage. Doch vor allem wurde der Neujahrsempfang zur Bühne für jene, die ehrenamtlich in den Städten und Gemeinden Außergewöhnliches leisten.

Es ist eine gute Tradition im Landkreis Oder-Spree zum Jahresauftakt Ehrenamtlern zu danken, die mit herausragendem Engagement den Landstrich zwischen Erkner, Neuzelle, Müllrose und Storkow voranbringen. Am vergangenen Freitag waren es besonders viele Frauen und Männer, die nach der Ehrung durch Landrat Manfred Zalenga und den Kreistagsvorsitzenden Dr. Franz H. Berger zu Gruppenfotos im Beeskower Schützenhaus Aufstellung nahmen.

Unter ihnen war Marlies Janisch aus Mixdorf, die maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Dorfes zu einem attraktiven Wohnstandort hat. Detlef Angerhöfer kümmert sich mit Leidenschaft um den Nachwuchs der Storkower Feuerwehren, Renate Schönwetter vom Woltersfdorfer Verschönerungsverein pflegt Gräber der in den Weltkriegen Gefallenen sowie verdienstvoller Bürger des Ortes. Dr. Siegfried Schulz hat als langjähriger Vorsitzender die Arbeit des Naturschutzbeirates im Landkreis Oder-Spree geprägt. Stellvertretend für viele Engagierte ging ein besonderes Dankeschön an 25 Persönlichkeiten, die auf unterschiedlichste Weise helfen, die Herausforderungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen im Landkreis Oder-Spree zu meistern.

Landkreis hat sich vernünftig weiterentwickelt

Noch nie zuvor habe Weltpolitik so unmittelbar das Geschehen im Landkreis beeinflusst, sagte Landrat Manfred Zalenga in seiner Ansprache: „Die Welt von heute ist nicht die Welt von vor einem Jahr. Es kommen viele Menschen aus anderen Kulturen, Religionen und mit anderen Wertevorstellungen in unser Land.“ Ihre Integration sei „die herausragende Herausforderung“ hatte zuvor auch der Kreistagsvorsitzende Dr. Franz H. Berger betont. Mit populistischen Gesetzesänderungen werde man die anstehenden Probleme nicht lösen.

Der Landrat stellte fest, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung trotz der zusätzlichen Anforderungen durch die Bewältigung des Flüchtlingsstroms ihre Aufgaben als zuverlässiger Dienstleister für alle Bürger und Unternehmen nicht vernachlässigen. „Der Landkreis hat sich insgesamt vernünftig weiterentwickelt“, so Manfred Zalenga. Oder-Spree stehe wirtschaftlich stabil da. Das sei eine gute Basis dafür, dass auch Dinge wie Kultur und Sport nicht zu kurz kämen.

Verwaltungsstrukturreform genau anschauen

Mit Blick auf die von der Landesregierung angeschobene Debatte um neue Verwaltungsstrukturen in Brandenburg appellierte der Landrat: „Ich kann Sie alle nur auffordern, schauen Sie sich das ganz genau an, was die Landesregierung im Köcher hat!“ Die derzeit angedachten Eckpfeiler der Reform verglich Zalenga mit einem Verschiebebahnhof: „Die Waggons stehen bereit, zur Verschiebung von Lasten in die kommunale Ebene.“ Kreistagsvorsitzender Dr. Berger versicherte, man werde genau darauf achten, dass keine Veränderungen zum Nachteil von Städten und Gemeinden erfolgten.

Der Kreistag habe 2015 effektiv gearbeitet und mit seinen Entscheidungen wichtige Weichenstellungen zu Infrastruktur und Bildung in Oder-Spree vorgenommen. Angesichts der bevorstehenden Debatte um den Kreishaushalt mahnte der Kreistagsvorsitzende eine ausgewogene Betrachtung des Themas Kreisumlage an. Eine höhere Kreisumlage helfe dem Kreistag, überregional zu agieren

Kreisumlage von 43 Prozent vorgeschlagen

Landrat Zalenga lobte den konstruktiven Diskussionsprozess mit der kommunalen Ebene, der 2015 auch unter Einbeziehung eines neutralen Gutachters intensiviert wurde. Es habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es eine gemeinsame Verantwortung für die Region gebe und ein fairer Interessenausgleich zwischen Kommunen und Landkreis erforderlich sei. Manfred Zalenga kündigte an: „Wir werden Ihnen eine Kreisumlage von 43 Prozent vorschlagen.“ Trotz dieser vorgesehenen Anhebung des Hebesatzes für die Kreisumlage um rund drei Prozent sei ein Rückgriff in Höhe von über vier Millionen Euro in die Rücklagen des Landkreises erforderlich, um alle Aufgaben der Kreisverwaltung finanzieren zu können.

Medieninformation Landkreis Oder-Spree