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Stellungnahme des Landrates zur aktuellen Situation

Landrat Rolf Lindemann hat eine Stellungnahme zur aktuellen Situation als Videobeitrag auf Facebook veröffentlicht.

Landrat Rolf Lindemann

Verehrte Bürgerinnen und Bürger,

ich möchte mich heute aus besonderem Anlass auch auf diesem Wege an Sie direkt wenden. Im Landkreis Oder-Spree ist die Zahl der Coronainfektionen in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen, so dass Oder-Spree im Moment an der Spitze in Brandenburg liegt. Wir haben mittlerweile 32 Fälle verteilt über den gesamten Landkreis, so dass dieses Virus immer stärker auch in unsere persönlichen sozialen Kontakte eindringt. Wir sollten auch die dramatischen Appelle der Bundeskanzlerin vom gestrigen Tage und des Ministerpräsidenten in den letzten Tagen beherzigen. Beide verfügen über einen umfassenden Überblick hinsichtlich des Coronageschehens sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in den Nachbarstaaten.

Die Dramatik spiegelt sich auch in den drastischen Regelungen, die wir vor kurzem noch nicht für möglich gehalten hätten, die aber in den letzten Tagen in schneller Folge erreichen und die wir umzusetzen haben: da sind Schulschließungen, Kitaschließungen, Betriebsschließungen, soweit die Geschäfte nicht der existenzbedeutsamen Versorgung der Bevölkerung dienen.

Meine Verwaltung, insbesondere das Gesundheitsamt und ich, setzen diese Regelungen jetzt konsequent um. Wir arbeiten dabei mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren sehr eng zusammen. Regelungen, die unter einem hohen zeitlichen Druck zustande gekommen sind, können aber nicht für jeden Sachverhalt bis ins letzte Klarheit schaffen. Deshalb werden wir diese Regeln mit Blick auf die grundsätzliche Zielsetzung die wir verfolgen, nämlich das Ausbreitungsgeschehen zu verlangsamen sinnvoll an. Dabei setze ich auf Ihr Verständnis und auf die Mitwirkung aller Betroffenen.

Wer die Bilder, die das Geschehen in Italien in diesen Tagen prägen, wo zum Teil Entscheidungen getroffen werden müssen, wer bekommt noch eine Beatmung bekommt und wer bekommt sie nicht mehr, der kann gar nicht anders, als sich in unseren gemeinsamen Kampf gegen das Corona Virus anzuschließen.

Wir müssen das Ausbreitungsgeschehen verlangsamen, um unserem Gesundheitssystem ausreichend Zeit zu geben, die notwendigen Intensiv- und Beatmungsbetten weiter aufzubauen, so dass eine gute Versorgung für all diejenigen zur Verfügung stehen, die ihrer dann auch bedürfen. Die Ausbreitung lässt sich allerdings nur auf einem Wege verlangsamen und das ist die Einschränkung aller verzichtbarer sozialer Kontakte für eine gewisse Zeit. Das Robert-Koch-Institut hat dazu klare Empfehlungen gegeben, wie man das persönliche Risiko für sich und andere reduzieren kann. Zwei Meter Abstand bei persönlichen Kontakten sind dabei hilfreich. Dem müssen auch Zugangsregelungen für Ladengeschäfte folgen, wir müssen unter allen Umständen verzichtbare Personenballungen vermeiden. Wir müssen aber auch ein Gefühl für diese Krisen und Gefahren ausbilden.

Denken Sie bitte auch an diejenigen die an der Kasse oder an der Ladentheke bedienen. Diese Menschen sind den ganzen Tag einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt, gegen die sie sich nur wenig schützen können, wenn sie die Hygieneregeln nicht beachten. Im Übrigen erwarten auch sie Rücksichtsname von andern, damit ihre eigene Gesundheit nicht beeinträchtigt wird.

Wir müssen uns verdeutlichen: Das alles ist kein Spaß – Corona kann auch tödlich ausgehen.

Ich wende mich deshalb insbesondere an die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger die ein besonderes Risiko tragen: Bleiben Sie zu Hause, wenn immer möglich. Versuchen Sie, in der Hausgemeinschaft oder in der Nachbarschaft Einkäufe so zu organisieren, dass möglichst Wenige ein Risiko eingehen. Sollten Sie über keinerlei Möglichkeiten verfügen, wenden Sie sich an ihre zuständige Gemeindeverwaltung, Stadtverwaltung oder Amtsverwaltung, man wird sie dabei nicht im Stich lassen.

Die jungen Leute möchte ich auf diesem Wege ebenfalls ansprechen. Ich weiß natürlich aus eigener Lebenserfahrung, dass man gegenüber Verhaltensregeln, die von Älteren ausgesprochen werden, zunächst eine rebellische Haltung einnimmt, denn das alles hat man ja auch von den Eltern schon gehört und die Regeln, die ich zu vertreten habe, sind auch alles andere als cool. Aber Sie haben Verstand und lassen sie sich das Scenario mal in einer ruhigen Stunde durch den Kopf gehen, auch Sie verlangen von anderen Rücksicht in ihrem Belangen, verhalten sie sich also fair gegenüber anderen. Jeder kann sein Beitrag leisten, gute Vorschläge und Eigeninitiative sind dabei besonders gefragt und sie tragen letzten Endes auch dazu bei unserm Bürger bei dieser schwierigen Situation noch zu stärken. Ja, mir bleibt Ihnen zu sagen, bleiben Sie Gesund und achten Sie aufeinander.

Medieninforamtion Landkreis Oder-Spree

Datum: 19. März 2020