18.07.2018

Trichinenfund bei einem Wildschwein im Landkreis Oder-Spree

Im Labor des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Landkreises Oder-Spree wurde jetzt bei einem Wildschwein der Muskelparasit der Gattung Trichinella nachgewiesen. Das betroffene Wildschwein wurde sofort beschlagnahmt und unschädlich beseitigt. Der Fund im Landkreis ist in diesem Jahr der fünfte im gesamten Land Brandenburg.

Da der Parasit für den Menschen sehr gefährlich sein kann, ist die Untersuchung aller Wildschweine gesetzlich verpflichtend. Erlegte Wildschweine dürfen erst nach Abschluss der Untersuchung verzehrt werden. Dies gilt auch für die inneren Organe wie Leber, Herz und Lunge.

Durch den Verzehr von trichinenhaltigem Fleisch kann sich auch der Mensch mit diesem Fadenwurm infizieren. Die Symptome der Erkrankung beim Menschen - der sogenannten Trichinellose - sind abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Larven und variieren von Allgemeinsymptomen wie Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Durchfall und Fieber bis hin zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kopf- , Gelenk- und Muskelschmerzen. In seltenen Fällen endet die Erkrankung tödlich.

Sobald sich der Parasit in der Muskulatur des Endwirtes, beim Menschen befällt er die quergestreifte Muskulatur des Bewegungsapparates und die Atemmuskulatur, festgesetzt hat, verkapselt er sich dort und ist für Therapieversuche mit Medikamenten nicht mehr zugänglich. Die eingekapselten Larven können über 30 Jahre infektiös bleiben.

Der Parasit überlebt in rohen, geräucherten oder gepökelten Produkten. Durch Kochen und Braten wird er abgetötet, jedoch muss im Kern des Fleisches dabei mindestens eine Temperatur von 65°C erreicht werden.

Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt