25.04.2016

Feuerwehren üben bei Müllrose Bekämpfung eines Waldbrandes

Feuerwehrfahrzeuge in Kolonne, Blaulicht – wer am Samstag in Müllrose war, wunderte sich wahrscheinlich und konnte Schlimmes befürchten. Aber Entwarnung! Die Feuerwehren übten ein Szenario, das im waldreichen Landkreis Oder-Spree schnell eintreten kann: die Bekämpfung eines Waldbrandes.

Über 200 Teilnehmer waren während der Übung eingesetzt. Regionale Feuerwehren, die Brandschutzeinheit des Landkreises Oder-Spree, die Feuerwehr Slubice, aber auch das Technische Hilfswerk, die Kradstaffel der Johanniter, eine Sanitäts- und die Versorgungseinheit, sowie Führungskräfte und Beobachter waren vor Ort. Der Führungsstab des Landkreises Oder-Spree leitete die Übung gemeinsam mit der Einsatzleitung, die aus dem Nachbarkreis Märkisch-Oderland kam.

Realitätsnahes Szenario vorbereitet

Was war geschehen? Ein vermeintlich gelöschter Waldbrand im Revier Kaisermühl bei Müllrose flammte nachts wieder auf. 40 Jahre alter Kiefernwald bei Waldbrandgefahrenstufe 5 – die Kameraden der Feuerwehren Müllrose, Frankfurt (Oder) und Beeskow waren ab vier Uhr morgens im Einsatz. Aufgaben in der Übung: Ablösen der erschöpften Kameraden und Bewältigen weiterer Probleme. Nicht nur der Waldbrand, der sich auf einer Fläche von zwei Hektar ausgebreitet hatte, musste gelöscht werden. Auch ein Unfall mit schwerer Waldtechnik mit einem Schwerverletzten kam hinzu. Letztendlich war auch ein neuer Brandherd auf einer Munitionsverdachtsfläche Teil des Szenarios.

Die Müllroser Feuerwehr hatte alles gut vorbereitet. Es brannte tatsächlich auf einer Freifläche im Wald, die durch die Forst vorher so bearbeitet wurde, dass sich das Feuer nicht ausbreiten konnte. Schließlich bestand zum Zeitpunkt der Übung in Echtzeit die Waldbrandgefahrenstufe 3. Außerdem wurden detonierende Munitionsreste vorgetäuscht und es musste eine unter einem Traktor eingeklemmte Person, hier nur ein Dummy, geborgen werden.

Sehr gute Zusammenarbeit der Feuerwehren

Bei aller feuerwehrtechnischen Übung, bei der auch mal einige Baumstämme auf dem Zufahrtsweg weggeräumt werden mussten, lag ein Schwerpunkt der Übung auf der Lösung einsatztaktischer Fragen. Das Engagement der Kameraden war beeindruckend. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Feuerwehren und der polnischen Einheit war sehr gut. Dennoch zeigten sich während der Übung auch wichtige kritische Dinge, die zukünftig weiter geübt werden müssen und die für die Vorbereitung auf Echteinsätze wertvolle Hinweise gegeben haben.

Gerade Waldbrände sind in unserer Region immer wieder Herausforderungen für die Feuerwehren. Insbesondere von April bis August eines jeden Jahres gibt es gehäuft Waldbrände, die sich in den letzten Jahren glücklicherweise nur auf relativ kleinen Flächen ausbreiteten und damit schnell gelöscht werden konnten.

Zum Abschluss der Feuerwehrübung durfte natürlich auch das gemeinsame Essen nicht fehlen. Bei einer kräftigen Gulaschsuppe tauschten sich die Kameraden noch über so manche Episode des Tages aus.

Birgit Arendt
Leiterin BuMA, Landkreis Oder-Spree