04.10.2016

Erfolgsfaktoren für Integration von Flüchtlingen diskutiert

Auf rund 140 Seiten hat die Kreisverwaltung Oder-Spree im Frühjahr dieses Jahres in einem Integrationskonzept Handlungsfelder und Leitlinien definiert, die Orientierung geben für die gelingende Aufnahme und Integration der in unserer Region lebenden Flüchtlinge. An der Umsetzung wirken Verwaltungen, Behörden, Wohlfahrtsverbände, in der Flüchtlingshilfe engagierte Organisationen und Vereine sowie Ehrenamtler mit. Wie die sich verändernden Herausforderungen bei der Betreuung von Flüchtlingen zu meistern sind, darüber haben die Akteure am Donnerstag (29. September 2016) auf Einladung der Kreisverwaltung Oder-Spree und des Vereins Demokratie und Integration Brandenburg e.V. in Eisenhüttenstadt debattiert.

In diesem Jahr 660 Flüchtlinge in Oder-Spree aufgenommen

„Das einmal aufgeschriebene Konzept ist nichts Feststehendes", sagte Katja Kaiser, kommissarische Amtsleiterin des in der Kreisverwaltung neu aufgebauten Amtes für Ausländerangelegenheiten und Integration. Sei es zum Jahresanfang noch primär um Fragen der Unterbringung und um das Herauskommen aus dem Krisenmodus gegangen, so hätten sich jetzt angesichts deutlich gesunkener Flüchtlingszahlen die Herausforderungen verschoben. 

Nach über 1600 Flüchtlingen im Vorjahr hat der Landkreis in diesem Jahr bislang 660 Flüchtlinge aufgenommen, die meisten von ihnen in den ersten vier Monaten. Im Moment kommen nur wenig neue hinzu, da auch in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg freie Kapazitäten bestehen und die Zuweisungspraxis sich geändert hat. „Wie sich die künftigen Zahlen entwickeln, kann verlässlich niemand sagen", schätzte Katja Kaiser ein. Sie sprach sich dafür aus, in den Landkreisen und kreisfreien Städten gewisse Reservekapazitäten vorzuhalten, damit künftig Notsituationen wie im Jahr 2015 vermieden werden können. Der Verständigungsprozess darüber mit der Landesregierung dauere an.

Kontakt: Amt für Ausländerangelegenheiten und Integration

Akteure wollen ihr Agieren besser verknüpfen

Den Teilnehmern des 2. Runden Tisches Integration ging es vor allem um praxisrelevante Konzepte für das Zusammenleben mit den in Oder-Spree aufgenommenen Flüchtlingen. Die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan und der Russischen Föderation zu uns. Einigkeit bestand unter den etwa 100 Teilnehmern der Diskussionsrunde über die Schlüsselfunktion von Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben für einen erfolgreichen Integrationsprozess. Oft wurden diese Aufgaben mit einem Langstreckenlauf verglichen. Viele Unterstützer-Teams sind mit am Start – hauptamtliche wie ehrenamtliche in ganz unterschiedlichen Konstellationen. Wie diese Akteure ihr Agieren besser verknüpfen können, war ein Schwerpunkt anregender Diskussionen in Eisenhüttenstadt. Ein anderer Aspekt waren die Möglichkeiten des Handlungskonzeptes „Tolerantes Brandenburg". Angelika Thiel-Vigh, Leiterin der dafür zuständigen Koordinierungsstelle appellierte, die Strukturen, Erfahrungen und Fördermöglichkeiten dieses Bündnisses intensiver für die Arbeit vor Ort in Oder-Spree zu nutzen.

Soziale Betreuung bekommt Qualitätsmanagement

Lang war am Ende des Tages die Liste der Anregungen, die in 13 thematischen Diskussionen erarbeitet wurden: Neutrale Koordinierung für Ehrenamtler, Wohnlotsen für die neuen Mieter oder professionelles Konfliktmanagement standen beispielsweise auf der Wunschliste. Aber es gab ebenfalls konkrete Zusagen, wie die, für Eisenhüttenstadt ein Organigramm der Integrationsakteure in der Stadt zu erarbeiten. Die Kreisverwaltung hat neben vielen Impulsen auch die Gewissheit großer Unterstützung vom 2. Runden Tisch Integration mitgenommen. Festgehalten werden soll aus Sicht des Landkreises Oder-Spree am eigenen Standard für die unterkunftsnahe soziale Betreuung, der über dem vom Land vorgegebenen Schlüssel liege, erklärte die kommissarische Amtsleiterin Katja Kaiser. Als nächste Aufgaben benannte sie unter anderem die Forcierung eines Qualitätsmanagements in diesem Bereich sowie die Stärkung der koordinierenden Rolle der Ehrenamtszentralen.

Pressestelle Landkreis Oder-Spree