18.07.2016

Modellversuch zur getrennten Sammlung von Bioabfällen

Überlegungen für einen Modellversuch zur getrennten Sammlung von Bioabfällen hat das Kommunale Wirtschaftsunternehmen Entsorgung, ein Eigenbetrieb des Landkreises Oder-Spree, kürzlich im Werksausschuss für den Eigenbetrieb KWU vorgestellt. Danach ist angedacht, ab Januar 2017 eine zusätzliche Tonne zur Entsorgung biologischer Abfälle in den dicht besiedelten berlinnahen Regionen des Landkreises Oder-Spree einzuführen.

Vorrang für die stoffliche Wiederverwertung von Abfällen

„Nach den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen hat die stoffliche Wiederverwertung von Abfällen Vorrang vor der energetischen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass mit der getrennten Sammlung von Bioabfällen die natürlichen Ressourcen besser geschont werden“, begründete Sölve Drawe, Werkleiterin des KWU Entsorgung den Schritt. Eingeführt werden soll die Biotonne in einem Modellversuch im Gebiet, in dem bereits jetzt haushaltsnahe Grünabfallsammlungen erfolgen (Erkner, Fürstenwalde, Gosen-Neu Zittau, Grünheide (Mark), Rauen, Schöneiche bei Berlin, Storkow (Mark) und Woltersdorf).

Wer auf seinem Grundstück Bioabfälle selbst kompostiere und Einpersonenhaushalte könnten auf die Biotonne verzichten, sagte die Werkleiterin. Vorgesehen sei die Bereitstellung von 120-Liter-Behältern, deren Leerung in einem Rhythmus von zwei Wochen angeboten werde. Über die Häufigkeit der Leerungen könnten die Nutzer der Tonnen selbst entscheiden, Pflichtleerungen seien nicht vorgesehen. Im ländlichen Raum könne die Entleerung eventuell auch über ein Rufsystem organisiert werden. Mit der Einführung der Biotonne würde die derzeitige haushaltsnahe Grünabfallsammlung im berlinnahen Bereich eingestellt.

Bioabfälle sollen in Hennikendorf verwertet werden

Die Kosten für den Modellversuch seien über die Festgebühr für die Abfallentsorgung abgedeckt, erläuterte Sölve Drawe den Abgeordneten. Zusätzliche Gebühren fielen nur für die Leerung der Tonne an. Die genaue Gebührenhöhe stehe noch nicht fest. Nach einer ersten Einschätzung werde sich der Betrag voraussichtlich um zwei Euro pro Leerung bewegen. Die über das neue System eingesammelten Bioabfälle würden zur Vergärungsanlage Hennikendorf im benachbarten Landkreis Märkisch-Oderland geliefert und dort verwertet werden.

„Wenn wir diesen Vorschlag umsetzten, bekommen wir ein System, mit dem wir uns auf siedlungsmäßig verdichtete Räume konzentrieren. Dieser Modellversuch macht den Aufwand überschaubar und das Vorhaben wird vom Land Brandenburg so auch akzeptiert“, schätze Michael Buhrke ein, der als Dezernent für Finanzen und Innenverwaltung der Kreisverwaltung für das Entsorgungsunternehmen zuständig ist. Neben der betrieblichen Vorbereitung durch den Eigenbetrieb KWU Entsorgung erfordert die Umsetzung des Modellversuchs die Änderung der Abfallentsorgungssatzung für den Landkreis Oder-Spree durch den Kreistag.

Medieninformation Landkreis Oder-Spree