27.09.2016

Multiplikatoren für den Hochwasserschutz zertifiziert

Hochwasserlagen ziehen sich oft über viele Tage, wenn nicht sogar wie 1997 über mehrere Wochen hin. Der Bedarf an Einsatzkräften ist hoch. Neben der Feuerwehr kommen auch Bundeswehr und andere Einheiten zum Einsatz. Aber auch freiwillige Helfer stehen zur Verfügung. Sie alle müssen fach- und sachgerecht angeleitet werden, um zum Beispiel Schäden am Deich korrekt auszubessern.

„Unsere Erfahrungsträger sind immer von Beginn an einer Hochwasserlage im Einsatz, sodass wir eine Ablösung für sie brauchen“, sagt Torsten Goerth, Sachgebietsleiter im Katastrophenschutz des Landkreises Oder-Spree. Die Personalsituation ist jedoch eng. Zum einen scheiden immer wieder erfahrene Kameraden aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus. Zum anderen besteht das Problem, dass Feuerwehrkameraden nicht in der Hochwasserabwehr ausgebildet werden. Langfristig droht damit das Fehlen von Fachkräften. Dem entgegnet der Landkreis Oder-Spree mit einem Pilotprojekt.

Feuerwehrkameraden aus den Gemeinden des Landkreises wurden in den vergangenen Monaten in einem theoretischen und einem praktischen Modul als Multiplikatoren ausgebildet. Sie sollen zukünftig Führungsaufgaben in Schadenslagen übernehmen. Diese Ausbildung endete mit einer praktischen Überprüfung am Samstag. Fast 100 Einsatzkräfte von den Feuerwehren des Landkreises und der Bundeswehr wurden von den Multiplikatoren an verschiedenen Stationen angeleitet. Die Aufgaben reichten vom korrekten Füllen der Sandsäcke bis zum Verbau von Faschinen, Folien und Sandsäcken an Schadstellen eines Deiches. Die Ausbilder, Fachberater des Landesamtes für Umwelt und des THW begutachteten die Umsetzung der Aufgaben. Ebenso beobachteten polnische Feuerwehrkameraden aus Slubice die Tätigkeit der Multiplikatoren.

Mit dem erfolgreichen Abschluss erhielten am Ende alle 19 Kameraden ein Zertifikat des Landkreises Oder-Spree als Multiplikator im Hochwasserschutz.
„Damit steht uns für zukünftige Einsätze gut ausgebildetes Personal zur Verfügung“, resümiert der Kreisbrandmeister des Landkreises Oder-Spree, Klaus-Peter Schulz. „Diese Ausbildung wird auch in der Zukunft regelmäßig Bestandteil der Katastrophenschutz-Ausbildung im Landkreis werden“, ergänzt er.

Birgit Arendt
Pressebeauftragte im Katastrophenschutz