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Sprachkurse

Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der Schlüssel für alle Prozesse der Integration. Es verschafft Zugang zu Bildung, dem Arbeitsmarkt und somit auch zu einem eigenständigen Leben. Zudem stellt es die Grundlage des sprachlichen Austauschs der in Deutschland lebenden Menschen dar.

Notwendige Sprachkenntnisse können durch die Teilnahme an einem Sprachkurs erworben werden. Folgende staatlich geförderte Sprachkurse gibt es im Landkreis Oder-Spree:

  • Erstorientierungskurse sind Kurse, in denen Teilnehmenden wichtige Informationen zum Alltag in Deutschland und erste Deutschkenntnisse vermittelt werden. Sie richten sich primär an Asylbewerberinnen und –bewerber, die weder aus einem Land mit hoher Anerkennungsquote noch aus einem sogenannten „sicheren Herkunftsland“ stammen.
  • Integrationskurse haben das Ziel, den Teilnehmenden erfolgreich die Sprache, die Rechtsordnung, die Kultur und die Geschichte in Deutschland zu vermitteln. An diesem Kurs können Inhaberinnen und Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis teilnehmen. Auch Asylbewerberinnen und –bewerber, die entweder eine „gute Bleibeperspektive“ (Syrien und Eritrea) haben oder vor dem 1. August 2019 eingereist und arbeitsmarktnah sind, sowie Personen mit einer Duldung nach § 60 a Absatz 2 Satz 3 AufenthG können eine Berechtigung zum Integrationskurs erteilt bekommen.

    Das Kriterium „Arbeitsmarktnähe“ bedeutet, dass Asylbewerberinnen und –bewerber bei der Agentur für Arbeit arbeitslos, arbeitssuchend oder ausbildungssuchend gemeldet sind oder sich in einem Beschäftigungsverhältnis, in betrieblicher Ausbildung, in Berufsvorbereitungsmaßnahmen, oder in der ausbildungsvorbereitenden Phase einer Assistierten Ausbildung befinden. Das Kriterium gilt nicht für Personen, die ein Kind unter drei Jahren betreuen oder wenn die Betreuung eines älteren Kindes nicht sichergestellt ist, d. h. diese Personen können Zugang erhalten, obwohl sie nicht „arbeitsmarktnah“ sind.

  • Deutschkurse für Flüchtlinge ist ein Förderprogramm vom Brandenburger Sozialministerium (MSGIV) und existiert seit April 2014. Es richtet sich an alle Asylbewerberinnen und –bewerber sowie geduldete Menschen, die noch keinen Zugang zu den Integrationskursen haben. Ziel der Förderung ist, dieser Gruppe die Teilnahme an einem qualifizierten Deutschkurs und den Erhalt eines Sprachzertifikats auf Niveau A2/B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprache (GER) zu ermöglichen.
  • Berufssprachkurse gemäß § 45a AufenthG sind ein Sprachlernangebot für Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen. Teilnehmenden wird ein erweiterter Wortschatz rund um das Thema Arbeit vermittelt. Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein abgeschlossener Integrationskurs oder nachgewiesene Deutschkenntnisse auf Sprachniveau B1 des GER sowie Zugang zum Arbeitsmarkt.

Diese Sprachlernangebote werden von verschiedenen Bildungsträgern im Landkreis angeboten. Falls Sie einen Integrationskurs suchen, finden Sie Angebote in der Kurssuche des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Da Teilnahmeberechtigte für einen Deutschkurs für Flüchtlinge in die Integrationskurse integriert werden, nehmen Sie bei Interesse an einem Deutschkurs für Flüchtlinge Kontakt zu den Anbietern der Integrationskurse auf. Bei weiteren Fragen zu den oben aufgezählten Sprachkursen kontaktieren Sie gerne die jeweiligen Ansprechpersonen in der folgenden Übersicht:

  1. Herr Dr. Panzer

    Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum

    Trebuser Straße 55
    15517 Fürstenwalde/Spree

  1. Frau Kluge

    Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum

    Trebuser Straße 55
    15517 Fürstenwalde/Spree

  1. Frau Schulze

    Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum

    Julius-Pintsch-Ring 25
    15517 Fürstenwalde/Spree

Trotz der Teilnahme an einem Sprachkurs ist das Aneignen einer Fremdsprache im erwachsenen Alter nicht einfach. Wie gut Neuzugewanderte Deutsch lernen, hängt nicht ausschließlich von der Bereitschaft und dem persönlichen Einsatz, sondern auch von biografischen Faktoren ab. Eine Person mit Vorbildung und bereits vorhandenen Kenntnissen des lateinischen Alphabets hat einen leichteren Zugang zur deutschen Sprache als ein Analphabet ohne Schulbildung. Traumatisierungen können den Lernprozess zudem erschweren.

Das regelmäßige Sprechen ist ein weiterer wichtiger Aspekt des erfolgreichen Spracherwerbs. Beispielsweise können Sprachtandems oder regelmäßiger Austausch bei interkulturellen Treffen wichtige zusätzliche Unterstützungsangebote darstellen. Wenn Sie Interesse daran haben, Ihre Sprachkenntnisse in einer fremden Sprache auszubauen und gleichzeitig einer neuzugewanderten Person beim Lernen der deutschen Sprache helfen möchten, kontaktieren Sie gerne die jeweiligen Ansprechpersonen für die Vermittlung von ehrenamtlichen Sprachtandems in unserem Landkreis.