Hinweise zur Eierkennzeichnung
Beim „Behandeln und Inverkehrbringen“ von Hühnereiern gibt es eine Vielzahl von Regelungen, die für Verbraucher oft rätselhaft sind. Hier die Wichtigsten:
- Die Eier sind innerhalb von 21 Tagen nach dem Legen an den Verbraucher abzugeben
- Sie müssen vor nachteiliger Beeinflussung, zum Beispiel unmittelbarer Sonneneinwirkung geschützt werden
Was muss auf der Eierpackung stehen?
- Haltungsform der Hühner
- aus ökologischer Erzeugung
- aus Freilandhaltung
- aus Bodenhaltung
- Anzahl der Eier (zum Beispiel 6 frische Eier)
- Güteklasse
- A: frisch (Luftkammer höchstens 6 Millimeter, Schale normal, sauber, unbeschädigt, Eiklar durchsichtig, Fremdgeruch nicht zulässig)
- B: Eier zweiter Qualität oder deklassiert (für zugelassene Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie)
- Gewichtsklasse
- XL oder sehr groß = über 73,0 Gramm und mehr
- L oder groß = 63 Gramm bis 73,0 Gramm
- M oder mittel = 53 Gramm bis 63,0 Gramm
- S oder klein = weiniger als 53 Gramm
- Mindesthaltbarkeitsdatum (spätestens der 28. Tag nach dem Legen)
- Verbraucherhinweis: bei Kühlschranktemperatur aufbewahren (im Handel ist eine Kühlung erst ab dem 18. Tag erforderlich). Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen.
- Name, Anschrift und Kennnummer der Packstelle
- Die ersten Buchstaben der Packstellennummer stehen für das EU-Land (DE = Deutschland), dann zwei Ziffern für das Bundesland (12 = Brandenburg). Diese Nummer gibt keine Auskunft, woher die Eier stammen, sondern nur, wo sie verpackt wurden! Das Ursprungsland ist auf dem Ei abzulesen.
- Erläuterung des Erzeugercodes in oder auf der Verpackung
Was steht auf dem Ei?
Jedes Hühnerei der Güteklasse A muss mit einem Erzeugercode gestempelt sein. Durch ihn erkennen die Verbraucher die Herkunft der Eier und wie die Hühner gehalten wurden.
Ausgenommen: sind nur Eier, wenn der Erzeuger alle bei ihm selbst erzeugten Eier auf der Hofstelle oder im Verkauf an der Haustür unmittelbar an den Endverbraucher zum Eigenbedarf abgibt. Die Eier müssen unverpackt und unsortiert, also ohne Güte- und Gewichtsklasse angegeben werden.
Alle Eier, die auf öffentlichen Märkten (zum Beispiel Wochenmarkt) angeboten werden, müssen gekennzeichnet sein. Jedes einzelne Ei muss gestempelt sein, mindestens 80 Prozent des Eistempels lesbar sein.
Der Stempel auf dem Ei besteht aus vier Abschnitten:
Erster Abschnitt: Art der Hennenhaltung
- Biohaltung (ökologische Erzeugung)
- Freilandhaltung
- Bodenhaltung
- Käfighaltung
Zweiter Abschnitt: Mitgliedstaat der Europäischen Union (oder Registrierungsmitgliedsstaat)
- AT = Österreich
- BE = Belgien
- BG = Bulgarien
- CZ = Tschechische Republik
- CY = Zypern
- DE = Deutschland
- DK = Dänemark
- EE = Estland
- ES = Spanien
- FI = Finnland
- FR = Frankreich
- GB = Großbritannien
- GR = Griechenland
- HU = Ungarn
- IE = Irland
- IT = Italien
- LT = Litauen
- LU = Luxemburg
- LV = Lettland
- MT = Malta
- NL = Niederlande
- SE = Schweden
- SI = Slowenien
- SK = Slowakei
- RO = Rumänien
- PL = Polen
- PT = Portugal
Dritter Abschnitt: Die Zahlenkombination aus sieben Ziffern besteht aus einer Landeskennung (in Deutschland das Bundesland) plus Legebetriebs- und Stallnummer.
- 01 = Schleswig-Holstein
- 02 = Hamburg
- 03 = Niedersachsen
- 04 = Bremen
- 05 = Nordrhein-Westfalen
- 06 = Hessen
- 07 = Rheinland-Pfalz
- 08 = Baden-Württemberg
- 09 = Bayern
- 10 = Saarland
- 11 = Berlin
- 12 = Brandenburg
- 13 = Mecklenburg-Vorpommern
- 14 = Sachsen
- 15 = Sachsen-Anhalt
- 16 = Thüringen
Eier aus Drittstaaten müssen auf dem Ei mit dem Herkunftsland und der Angabe „Nicht-EU-Norm“ gekennzeichnet werden.
Vierter Abschnitt: Kürzel für Stadt beziehungsweise Landkreis
- 51 = BRB – Brandenburg/Havel
- 52 = CB – Cottbus/Stadt
- 53 = FF – Frankfurt (Oder)
- 54 = P – Potsdam/Landeshauptstadt
- 60 = BAR - Barnim
- 61 = LDS – Dahme-Spreewald
- 62 = EE – Elbe-Elster
- 63 = HVL – Havelland
- 64 = MOL – Märkisch-Oderland
- 65 = OHV - Oberhavel
- 66 = OSL – Oberspreewald-Lausitz
- 67 = LOS – Oder-Spree
- 68 = OPR – Ostprignitz-Ruppin
- 69 = PM – Potsdam-Mittelmark
- 70 = PR – Prignitz
- 71 = SPN – Spree-Neiße
- 72 = TF – Teltow-Fläming
- 73 = UM – Uckermark
Beispiel: 1-DE-12 71 07 2 (1 = Freiland, Deutschland, 12 = Brandenburg, 71 = SPN, Betriebsnummer = 07, Stallnummer = 2)
Kennzeichnung von unverpackten Eiern:
- Schild: Güteklasse, Gewichtsklasse, Mindesthaltbarkeitsdatum, Haltungsart, Erläuterung des Erzeugercodes
- Ei: Erzeugercode
Geltende Bußgeld- und Rechtsvorschriften
- Verordnung (EG) Nummer 1234/2007 vom 22. Oktober 2007 (Amtsblatt Nummer L 299/1 vom 16. November 2007) – Verordnung über die einheitliche GMO
- Verordnung (EG) Nummer 589/2008 der Kommission mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nummer 12342007 hinsichtlich der Vermarktungsnorm für Eier vom 23. Juni 2008 (Amtsblatt Nummer L 163/6 vom 24. Juni 2008) in der zur Zeit gültigen Fassung
- Verordnung über die Vermarktungsnorm für Eier vom 18. Januar 1995 (Bundesgesetzblatt I. Teil I Seite 46) zuletzt geändert durch Artikel 2 (109) des Gesetzes vom 22. Dezember 2011 (Bundesgesetzblatt I. Seite 3044)
- Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vom 15. Dezember 1999 (Bundesgesetzblatt I. Seite 2464) in der zur Zeit geltenden Fassung
- Verordnung (EG) Nummer 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates über Lebensmittelhygiene vom 29. April 2004 (Amtsblatt Nummer L226/3)
- Verordnung (EG) Nummer 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates mit speziellen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs vom 29. April 2004 (ABI. Nummer L226/22) in der zur Zeit geltenden Fassung
- Legehennenbetriebsregistergesetz (LegRegG) vom 12. September 2003 (Bundesgesetzblatt I Seite 2430) in der zur Zeit geltenden Fassung
- Richtlinie 1999/74/EG zur Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen vom 19. Juli 1999 (Amtsblatt Nnummer L 203/53) in der zur Zeit geltenden Fassung
- Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere unter anderem zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei Ihrer Haltung vom 25. Oktober 2001 (Bundesgesetzblatt I Seite 2758) in der zur Zeit geltenden Fassung
- Verordnung (EWG) Nummer 2092/91 vom 24. Juli 1991 über den ökologischen Landbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel
- Öko-Landbaugesetz vom 12. August 2005 (Bundesgesetzblatt I Seite 2431)
- Handelsklassengesetz vom 23. November 1972 (Bundesgesetzblatt I Seite 2201) in der zur Zeit geltenden Fassung
Datum: 26. August 2024