Sonderausstellung 10 000 Kubikmeter Alltag in Eisenhüttenstadt

10 000 Kubikmeter Alltag. Erkundung einer Sammlung heißt eine neue Sonderausstellung, die seit Anfang Juli im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt gezeigt wird. Im Mittelpunkt steht die rund 170.000 Objekte und Dokumente umfassende Sammlung – ihre Entstehung, Zusammensetzung, Nutzung und Beforschung sowie die mit ihr im Zusammenhang stehenden und der Öffentlichkeit zumeist verborgenen Arbeiten –  von der Aufnahme der Objekte, über die Pflege und das Erhalten bis hin zur Dokumentation.

„Rettungsarchiv“ für Objekte und Dokumente des DDR-Alltags

Entstanden vor 25 Jahren als „Rettungsarchiv“ einer historisch gewordenen materiellen Kultur bewahrt das Dokumentationszentrum Objekte und Dokumente des DDR-Alltags für nachfolgende Generationen und erschließt diese mittels Ausstellungen, Publikationen und Forschungsprojekten für das historische Verständnis. Kennzeichnend für die in ihrer Zusammensetzung und Entstehungsgeschichte einzigartige Sammlung ist das ihr zugrunde liegende Konzept des „passiven Sammelns“, das vom damaligen Leiter Andreas Ludwig etabliert wurde: Nicht der Blick des Historikers wählt aus, sondern die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, was sie als bedeutsam für das historische Gedächtnis erachten. Weit mehr als 2000 private Schenkungen sowie Institutionen haben so zu einem reichen Bestand beigetragen, dessen sachgerechte Magazinierung eine Raumkapazität von rund 10 000 Kubikmetern erfordert.

Die Ausstellung veranschaulicht anhand exemplarischer Objekte die derzeit 35 Sammlungsbereiche des Bestandes, darunter Spielzeug und Mobiliar, Unterhaltungs- und Haushaltselektronik, Kleidung und Schmuck, Zeitschriften und Bücher, Tonträger und Fotos. Mit der vollständigen Überführung eines exemplarischen Sammlungsbereiches, und zwar der „Spielwaren“, werden Volumen, Breite und Vielfalt der Bestände nachvollziehbar. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich diesen Bestand selbst zu erschließen – eigene Ausstellungsarrangements zu wählen, Ding- Erzählungen zu verfassen und an der Erstellung von Objektdokumentationen mitzuwirken.

Blick auf 25 Jahre Sammlungsgeschichte

Die im Dokumentationszentrum bewahrte, umfangreiche Dingkultur wird seit 1996 in eigenen Ausstellungen und Publikationen vermittelt sowie anderen Museen, Filmproduktionen und der Wissenschaft zugänglich gemacht. Dabei ist vor allem das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam ein konstanter Partner des Dokumentationszentrums. Aus der langjährigen Kooperation stellt die Ausstellung Forschungsergebnisse vor.

10 000 Kubikmeter Alltag ist ein öffentlicher Blick auf 25 Jahre Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und dessen Sammlungsgeschichte. Es ist zugleich ein Blick auf Potentiale und Herausforderungen in Bezug auf eine Verbesserung der Sichtbarkeit und Zugänglichkeit des Bestandes – sei es analog in Gestalt eines öffentlich zugänglichen Schaudepots oder digital in Form einer ständigen Sammlungspräsenz im Internet.

Die Ausstellung 10 000 Kubikmeter Alltag. Erkundung einer Sammlung  ist bis zum 3. März 2019 zu sehen.

Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Erich-Weinert-Allee 3
15890 Eisenhüttenstadt

www.alltagskultur-ddr.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag, Feiertage:
April - September: NEU 10 - 18 Uhr
Oktober - März: 11 - 17 Uhr

Pressemitteilung Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR