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Jugendhilfeplanung

Jugendhilfeplanung ist das zentrale Steuerungselement des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII) Kinder- und Jugendhilfe zur Umsetzung einer bedarfsgerechten und effektiven Jugendhilfe.

Ziel ist ein auf einander abgestimmtes System von Jugendhilfeleistungen. Jugendhilfeplanung beinhaltet die Bestandserhebung, Bestandsanalyse von Einrichtungen, Diensten und anderen Angeboten sowie die Bedarfermittlung unter Berücksichtigung des Willens der Adressaten. Den daraus abgeleiteten Maßnahmenplanungen schließen sich Überprüfungen der Wirksamkeit beziehungsweise des Erfolges der Jugendhilfeleistungen an. Im Planungsprozess sind die freien Träger frühzeitig und umfassend zu beteiligen. Wir unterstützen Kommunen, freie Träger sowie private Anbieter der Jugendhilfe durch Beratung, Fortbildung und Fachservice. Die Bereiche der Jugendhilfeplanung erfassen grundsätzlich alle Felder der Jugendhilfe. Unsere Themen sind unter anderem Sozialräumliches Arbeiten und Planen, Qualitätsentwicklung als dialogische Verfahren, Controllingverfahren, Zielentwicklung, Leitbild- und Leitlinienentwicklung, Planung der Kinderagesbetreuung, Planung flexibler erzieherischer Hilfen, Datenauswertung und Statistik.

Weitere Inhalte der Jugendhilfeplanung:

Träger der freien Jugendhilfe haben gemäß § 75 Absatz 2 SGB VIII Anspruch auf öffentliche Anerkennung, wenn sie unter den in Ziffer 3 genannten Voraussetzungen mindestens drei Jahre tätig gewesen sind. Hierfür müssen die Voraussetzungen gemäß § 75 Absatz 1 SGB VIII erfüllt sein.

Die Prüfung der Anerkennungsvoraussetzung erfolgt durch die Verwaltung desJugendamtes des Landkreises Oder-Spree nach erfolgter Antragstellung.

Die Bearbeitung Ihres Antrages kann erst nach Einreichen der vollständigen Unterlagen erfolgen.

Folgende Unterlagen sind durch den Antragsteller einzureichen:

  • der vollständige satzungsmäßige Name, Anschrift, Telefon der Geschäftsstelle, Sitz
  • Name, Alter, Beruf und Anschrift mindestens zweier Vorstandsmitglieder - Anzahl der Mitglieder des Vereins zum Zeitpunkt der Antragstellung.
  • eine ausführliche Darstellung der Ziele, Aufgaben, Arbeitsmethoden sowie Organisationsform
  • Übersicht der Aktivitäten und Wirkungskreis im Landkreis Oder-Spree über den Zeitraum des jeweils vergangenen Jahres vor Antragstellung
  • Zeitpunkt der Aufnahme der Tätigkeit im Bereich der Jugendhilfe
  • Satzung sowie bei freien Trägern, die Teil einer Gesamtorganisation sind, die Satzung dieser sowie
  • der aktuelle Auszug aus dem Vereinsregister

Die Entscheidung über die öffentliche Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe trifft der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Oder-Spree.

Für weitere Nachfragen bzw. ein Beratungsgespräch steht Ihnen unsere Jugendhilfeplanerin Frau Krüger gern zur Verfügung.

Werden Sie Jugendschöffen in der Amtsperiode 2024 bis 2028

Der Landkreis Oder-Spree sucht geeignete Bewerber für die Wahl der Jugendschöffen für die Amtsgerichte Frankfurt (Oder) und Fürstenwalde sowie das Landgericht Frankfurt (Oder), die als Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung teilnehmen möchten.

Zur Vorbereitung und Durchführung der Wahl und Berufung von Jugendschöffen hat der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Oder-Spree die Pflicht eine Vorschlagsliste für Jugendschöffen an die Amtsgerichte sowie an das Landgericht Frankfurt (Oder) zu senden.

Die Mitwirkung von Jugendschöffen bei Gerichtsverhandlungen des Jugendgerichts ist gesetzlich vorgesehen, weil ihre Lebens- und Berufserfahrung, ihr Gemeinsinn und ihre Bewertungen in die Urteilsentscheidungen einfließen können.

Formale Kriterien

Schöffe kann jeder werden, der gemäß § 31 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) deutscher Staatsbürger ist, seinen Wohnsitz im Landkreis Oder-Spree hat, mindestens 25 Jahre alt ist und noch nicht das 70. Lebensjahr vollendet hat.

Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Polizeibeamte, Bewährungshelfer, und so weiter) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.

Weitere Fähigkeiten

Das verantwortungsvolle Amt des Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung.

Weiterhin sollen die Schöffen über soziale Kompetenzen verfügen, das heißt sie müssen das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung, Menschenkenntnis sowie Kommunikations- und Dialogfähigkeit erwartet. Sie müssen in der Lage sein, Beweise würdigen zu können. Das bedeutet, sie müssen die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen so ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Beweismitteln (Zeugenaussagen, Gutachten, Urkunden) ableiten können.

Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, kann sich aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement ergeben. Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde.

Schöffen in Jugendstrafsachen sollten in der Jugenderziehung über besondere Erfahrungen verfügen, die nachweislich in der Bewerbung zu berücksichtigen sind.

Objektivität und Unvoreingenommenheit

Schöffen müssen auch in schwierigen Situationen objektiv und unvoreingenommen sein, etwa wenn der Angeklagte auf Grund seines Aussehens oder Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat dem Schöffen zutiefst unsympathisch ist oder die veröffentlichten Meinungen in den Medien bereits eine Vorverurteilung angesprochen haben.

Bereitschaft zur Weiterbildung

Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen der Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden.

Verantwortungsbewusstsein

Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht ein großes Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben anderer Menschen.

Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Jedes Urteil, das gesprochen wird, gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch, haben die Schöffen daher mit zu verantworten.

Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage gegen die öffentliche Meinung nicht übernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben.

Kommunikationsfähigkeit

In der Beratung mit den Berufsrichtern müssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können, ohne besserwisserisch zu sein, und sich von besseren Argumenten überzeugen lassen, ohne opportunistisch zu sein.

Schöffen steht in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. Sie müssen sich entsprechend verständlich machen, auf den Angeklagten wie andere Prozessbeteiligte eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. Ihnen wird daher Kommunikations- und Dialogfähigkeit abverlangt.

Erfahrung in der Jugenderziehung

Schöffen in Jugendstrafsachen sollen zudem in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen.

Bewerbung

Sollten Sie sich für das Amt eines Jugendschöffen interessieren, richten Sie Ihre Bewerbung bitte bis zum 17. März 2023 an folgende Adresse:

Landkreis Oder-Spree
Jugendamt
Frau Elisa Karkowsky
Breitscheidstraße 7
15848 Beeskow

Telefon: 03366 35-1560
E-Mail: elisa.karkowsky@l-os.de

Bewerbungsunterlagen