31.07.2015

Agrarexperten aus Saudi-Arabien informieren sich in Beeskow

Berlin, Potsdam und Beeskow – das waren die Stationen von acht Fachleuten aus der obersten Landesbehörde Saudi-Arabiens für Tiergesundheit, Lebensmittel - und Futtermittelsicherheit, die sich in der letzten Juliwoche in Deutschland über Kontrollsysteme in der Agrarwirtschaft und in der Lebensmittelbranche informiert haben. Die Mitarbeiter der Saudi Food and Drug Authority aus Riad hatten an zwei Tagen einen intensiven Erfahrungsaustausch mit Mitarbeitern des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Oder-Spree und sammelten Praxiseindrücke im Gut Hirschaue in Birkholz und im Spezialfuttermittelwerk Beeskow.

Es war nicht allein der hohe Stellenwert landwirtschaftlicher Produktion im Landkreis Oder-Spree ausschlaggebend für den Abstecher der Gäste in die Kreisstadt Beeskow. „Oder-Spree gehört zu den innovativsten Landkreisen bei der Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems im Bereich der Lebensmittel- und Futterüberwachung, der Tiergesundheit, der Tierseuchenbekämpfung, des Tierschutzes und der Tierarzneimittelüberwachung. Er ist als erster in Brandenburg auf diesem Gebiet nach der DIN-Norm für Qualitätsmanagement zertifiziert", lobte Claudia Possardt, die als Referatsleiterin und Qualitätsmanagementbeauftragte des Landes Brandenburg im Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, die Gäste aus Saudi-Arabien begleitet hat, die Arbeit des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. Rolf Lindemann, zuständiger Dezernent der Kreisverwaltung und 2. Beigeordneter des Landrates, hob bei der Begrüßung der Delegation den hohen Stellenwert hervor, den der Schutz von Tieren, Boden, Wasser und Landschaft in Deutschland genießen. Die Gäste aus dem Königreich richteten ihr Augenmerk speziell auf die Schnittstellen zwischen Eigenkontrollsystemen der Agrarwirtschaft sowie der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie und amtlichen Kontrollen.

Verantwortung für 4.000 Tierhalter im Landkreis

Im Verantwortungsbereich des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes (VLÜA) Oder-Spree befinden sich rund 4.000 Tierhalter und 2.500 Betriebe, die der Lebensmittelüberwachung unterliegen. „Die Kontrolldichte richtet sich nach dem Risikopotenzial des jeweiligen Unternehmens“, erläuterte Petra Senger, Sachgebietsleiterin Tierseuchenbekämpfung und Qualitätsmanagementbeauftragte des VLÜA. Die Risikobewertung hänge unter anderem von den jeweiligen Tätigkeitsarten, hergestellten Produkten, Funktionsfähigkeit von Eigenkontrollsystemen und den Ergebnissen vorheriger Kontrollen ab. So werde beispielsweise von den Betrieben, die in die Zuständigkeit der Lebensmittelüberwachung fallen, fast die Hälfte mindestens halbjährlich überprüft.

Die Komplexität der geltenden Rechtsvorschriften, deren Umsetzung in den entsprechenden Dokumenten des QM-Systems des Landes Brandenburg und des Landkreises Oder-Spree, die die Basis aller Kontrollen und Probenahmen der amtlichen Überwachung in den verschiedenen Fachbereichen bilden, erstaunten die Gäste sehr und führten zu sehr interessanten Fachgesprächen. So wurde die Studienreise zu einem Baustein bei der kontinuierliche Weiterführung des vor fünf Jahren begonnenen Aufbaus eines adäquaten QM-Systems für Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie in Saudi Arabien.

Medieninformation Landkreis Oder-Spree