»Warum können nicht einfach mehr Busse fahren?" Schülerinnen und Schüler aus Fürstenwalde stellen ihre Fragen zum Busverkehr in Oder-Spree
© Karolin Ring
Austausch zum Thema Schulbusverkehr in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Fürstenwalde
Die MOVE-Tour der Kreisverwaltung zur Erstellung des neuen Nahverkehrsplans ging am Dienstag, den 18. März in eine neue Runde. Gleich drei Schulen in Fürstenwalde besuchten Kreissprecherin Karolin Ring und Mobilitätsplaner Tim Jurrmann: Die Sonnengrundschule, das Geschwister-Scholl-Gymnasium und die Oberschule Spreecampus - auch das Barnadinum brachte sich mit einer Delegation ein. Mit dabei: Elfi Hirsch, Kinder- und Jugendkoordinatorin der Stadt Fürstenwalde.
Eine Herausforderung zeigte sich gleich am Anfang: Die Sonnengrundschule startet als einzige Schule in Fürstenwalde bereits um 7:35 Uhr mit dem Unterricht, alle anderen erst gegen 8:00 Uhr oder später. „Das macht unsere Schulbusplanungen komplizierter, weil andere Schulkinder, die den gleichen Weg haben, aber eine andere Schule besuchen, dann viel zu zeitig, an ihrer Schule sind und warten müssen", so Tim Jurrmann. Er plädierte dafür, dass auch die Sonnengrundschule einen späteren Schulstart in Erwägung zieht, um die Lage für alle Schülerinnen und Schüler in der Stadt zu entspannen.
An allen drei Schulen wurde immer wieder über das Thema Verhalten im Bus diskutiert. Emma aus Jänickendorf berichtete von fehlenden Plätzen, weil Taschen oder Rucksäcke nicht von den Plätzen genommen werden. Teilweise werde geschubst, gedrängelt, manchmal sogar heimlich geraucht. Mobilitätsplaner Tim Jurrmann machte den Schülerinnen und Schülern Mut, sich im Bus für ihre Rechte stark zu machen: „Sagt der Busfahrerin oder dem Busfahrer Bescheid, meldet Vorfälle direkt an eurer Schule, ruft mich an oder schreibt mir eine E-Mail. Im Bus haben wir Kameras, die alles aufzeichnen und wir haben 48 Stunden Zeit und Aufnahmen noch einmal anzuschauen, wenn es Hinweise auf Fehlverhalten gibt." Tim Jurrmann kündigte außerdem an, das Projekt "Bus-Schule" in den Landkreis Oder-Spree holen zu wollen, um ein respektvolles Miteinander im Bus zu stärken.
Immer wieder kam auch die Frage auf, warum nicht einfach mehr Busse eingesetzt werden könnten. Auch darauf hatte Tim Jurrmann eine Antwort: „Ein Bus kostet im Schnitt zwischen 300.000 Euro und 800.000 Euro. Dazu kommt das Fahrpersonal. Aktuell haben wir da ein riesiges Problem, weil wir keine Busfahrerinnen und Busfahrer finden."
Für lange Wartezeiten auf den nächsten Bus hatte Elfi Hirsch, Kinder- und Jugendkoordinatorin der Stadt Fürstenwalde eine Idee: „Fürstenwalde hat das Bahnhofsgebäude gekauft, jetzt überlegen wir, was wir damit machen können. Eine Idee wäre es, einen Aufenthaltsraum für euch einzurichten. Einen gemütlichen, warmen Raum, wo ihr vielleicht schon mal eure Hausaufgaben machen oder einfach nur quatschen könnt. Bringt euch in unsere Planungen gerne mit ein."
Die nächste MOVE-Tour findet am 8. April in Woltersdorf und Erkner statt.
Datum: 19. März 2025