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Erneute Gewalttat in Erkner erschüttert den Landkreis Oder-Spree
Kreisverwaltung informiert zu Hilfe- und Beratungsangeboten

Beratung © Canva

Landrat Frank Steffen äußert sich bewegt über den erneuten Fall einer Gewalttat in Erkner, bei der am 31. August eine Frau tödlich verletzt wurde. 

“Während wir noch die Ereignisse in Gosen-Neu Zittau versuchen zu fassen, sind wir wieder mit einer Nachricht konfrontiert, die uns alle tief bewegt zurücklässt. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des Opfers.”

Auch in dieser Situation gilt unser großer Dank den Rettungskräften und unseren Notfallseelsorgern des Landkreises, die in so kurzer Zeit ein hohes, seelisch anspruchsvolles Pensum leisten.
Auch der Landkreis möchte seine niedrigschwelligen Angebote verstärkt in den Fokus rücken, die es Familien und insbesondere Frauen ermöglichen, anonym Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Allen voran sind die Erziehungs- und Familienberatungsstellen zu nennen (EFB), deren Angebotsportfolio groß ist, u.a. familientherapeutische Angebote enthält und das zudem in ein
Netzwerk weiterführender Hilfen mündet.

Katja Kaiser, Dezernentin für Jugend, Soziales und Kultur im Landkreis Oder-Spree, spricht den Betroffenen ihre tiefe Anteilnahme aus und appelliert:
“Wir haben eine absolut breit gefächerte Beratungs- und Betreuungslandschaft im Landkreis Oder-Spree - Betroffene müssen sich den Mut fassen, sich an diese Stellen zu wenden. Je früher, desto besser - aber es ist auch nie zu spät, Hilfe zu suchen.”

Im Fokus der Arbeit im Landkreis steht zuallererst natürlich das Verhindern von Taten, Risikofaktoren in den Blick zu nehmen und nicht zuletzt auch den Bekanntheitsgrad der Anlaufpunkte zu erhöhen.
Neben den Erziehungs- und Familienberatungsstellen gibt es im Landkreis zwei Frauenhäuser, die sowohl stationär als auch mobil in einem 24-Stunden-Bereitschaftsdienst Frauen betreuen.

Katja Kaiser betont:
“Im Familienkontext ist natürlich immer auch das Jugendamt als Ansprechpartner erreichbar, aber auch der Sozialpsychiatrische Dienst für besondere Belange bzw. verweisend im Einsatz. Wir konzentrieren uns bei der Arbeit natürlich sehr auf diejenigen, die Gewalt erfahren oder sich von ihr bedroht fühlen. Der Appell, sich Hilfe zu suchen, steht aber immer im Gesamt-Familienkontext -Berater in den jeweiligen Stellen sind geschult, für beide Seiten Lösungen zu finden.”

Der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises ist Ansprechpartner für Erwachsene in psychischen Krisen. Er berät, schätzt Unterstützungsbedarfe ein und vermittelt bei Bedarf medizinische, psychiatrische oder psychosoziale Hilfen. Die polizeiliche Gefahrenabwehr und spezialisierte Gewaltberatung kann er jedoch nicht ersetzen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass weiterer Bedarf an Plätzen in Frauenhäusern vorhanden ist und in den Strukturen auch finanziell nachgesteuert werden muss. Auf Landesebene ist die Herausforderung aktuell, die konkrete Bedarfslage zu eruieren, um konkrete Kapazitäten abschätzen zu können. Mit dem Bekenntnis zur Istanbul-Konvention und dem Gewaltschutzgesetz wird die Ausweitung von Frauenschutzplätzen bundesweit in Angriff genommen und mit dem zuletzt verabschiedeten “Leitfaden zum Hochrisikomanagement” (Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ)) in den Beratungsstellen ausgerollt.

Anlaufstellen und Angebote im Landkreis Oder-Spree sind:

  • Frauenhaus Fürstenwalde – Frauen helfen Frauen e. V.: Schutz, Unterkunft und psychosoziale Begleitung für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Angeboten werden auch externe und präventive Beratung, aufsuchende Beratung nach Polizeieinsätzen sowie Nachbetreuung. Kontakt: 03361 57481. | www.nbfev.de/fuerstenwalde 
  • Frauenhaus Eisenhüttenstadt – Frauen für Frauen e. V.: Schutz und Beratung für Frauen und Kinder bei häuslicher Gewalt. Kontakt: 03364 43786, Bereitschaft: 0162 6435546. | www.nbfev.de/eisenhuettenstadt 
  • Sozialpsychiatrischer Dienst des Landkreises: Beratung und Unterstützung für Erwachsene in psychischen Krisen sowie für Angehörige. Der Dienst kann Hilfebedarfe einschätzen und medizinische, psychiatrische oder psychosoziale Hilfen vermitteln. Er ersetzt bei akuter Gefahr jedoch nicht die Polizei oder eine spezialisierte Opferberatung.
  • Allgemeiner Sozialer Dienst des Jugendamtes: Ansprechpartner, wenn Kinder oder Jugendliche von Gewalt betroffen sind, Gewalt miterleben oder eine Kindeswohlgefährdung vermutet wird. Der ASD berät, prüft den Schutzbedarf und veranlasst erforderlichenfalls Hilfen oder Schutzmaßnahmen. Er ist regional an den Standorten Beeskow, Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde und Erkner erreichbar.
  • Erziehungs- und Familienberatungsstellen: Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei familiären Konflikten, Trennung und Scheidung, Gewalterfahrungen, Verhaltensauffälligkeiten und Krisen. Im Landkreis bestehen Angebote des Landkreises in Beeskow und Eisenhüttenstadt sowie der AWO in Fürstenwalde und Erkner. | https://www.landkreis-oder-spree.de/Bildung-Soziales/Jugend-und-Familie/Erziehungs-und-Familienberatungsstellen 
  • Opferhilfe Land Brandenburg e.V. – Beratungsstelle Frankfurt (Oder): Fachberatung für Betroffene und Zeugen von Gewalt- und Sexualstraftaten sowie für Angehörige. Angeboten werden Krisenberatung, Stalkingberatung, psychotraumatologische Unterstützung und psychosoziale Prozessbegleitung. Kontakt: 0335 6659267. Telefon- und Videoberatung sind möglich.
  • WEISSER RING, Außenstelle Oder-Spree: Psychosoziale Begleitung und praktische Unterstützung für Opfer von Straftaten, unter anderem bei häuslicher Gewalt, Stalking und Körperverletzung. Kontakt: 03361 551643, bundesweites Opfer-Telefon: 116 006.
  • Vertrauliche Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt: Betroffene können Verletzungen und Tatspuren medizinisch dokumentieren und sichern lassen, auch wenn sie zunächst keine Strafanzeige erstatten möchten. Die jeweils aktuellen Anlaufstellen veröffentlicht das Land Brandenburg. | https://rechtsmedizin.brandenburg.de/blr/de/vertrauliche-spurensicherung/ 

Bundesweite Hotlines (rund um die Uhr, anonym, kostenfrei)

  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: Bundesweit, kostenfrei, anonym und rund um die Uhr unter 116 016 erreichbar. Die Beratung wird auch in mehreren Sprachen angeboten und vermittelt an regionale Hilfen.
  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
  • Nummer gegen Kummer (für Kinder/Jugendliche): 116 111

Datum: 2. September 2026