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Kontroverse Diskussionen um autonome Schulbusse bei der MOVE-Tour in Ziltendorf und Eisenhüttenstadt

Die Schülersprecherinnen und Schülersprecher der Ziltendorfer Grundschule brachten sich gemeinsam mit Schulleiterin Cordelia Becker und Lehrerin Kirstin Seifert bei der MOVE-Tour ein © Karolin Ring Die Schülersprecherinnen und Schülersprecher der Ziltendorfer Grundschule brachten sich gemeinsam mit Schulleiterin Cordelia Becker und Lehrerin Kirstin Seifert bei der MOVE-Tour ein.

Am heutigen Tag war das Team der MOVE-Tour wieder im Landkreis Oder-Spree unterwegs, um mit Schülerinnen und Schülern über ihre Erfahrungen und Wünsche rund um den öffentlichen Nahverkehr ins Gespräch zu kommen. Diesmal machten die Mobilitätsplaner und Beteiligungsexperten Halt an der Grundschule Ziltendorf, der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Grundschule Eisenhüttenstadt und der 3. Gesamtschule in Eisenhüttenstadt.

Mit dabei waren erneut Tim Jurrmann und Sören Fischer, Mobilitätsplaner des Landkreises Oder-Spree, Vivien Buley, Koordinatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung, Raphael Jugl, Chefplaner des Busverkehrsunternehmens Oder-Spree (BOS), Mike Freitag, BOS-Leiter für den Standort Eisenhüttenstadt sowie Karolin Ring, Sprecherin des Landkreises.

Ein zentrales Anliegen kam von Charlotte aus Ziltendorf. Sie wünscht sich, dass ältere Mitschülerinnen und Mitschüler mehr Verantwortung übernehmen und auf ein respektvolles Miteinander achten – insbesondere im Bus. Müll, Lärm und unangemessenes Verhalten seien leider keine Einzelfälle. Sie forderte, dass nicht nur die jüngsten Kinder an der sogenannten „Busschule“ teilnehmen, sondern auch ältere Jahrgänge stärker sensibilisiert werden.

Auch das oft genannte Thema überfüllter Busse kam erneut zur Sprache. Mobilitätsplaner Tim Jurrmann erklärte, dass man realistischerweise nicht immer jedem einen Sitzplatz garantieren könne – doch es gebe Überlegungen, längere Busse einzusetzen. In Cottbus werde derzeit ein Modell getestet, das sieben Meter länger ist und bis zu 100 Personen zusätzlich transportieren kann. „Die Herausforderung ist, dass solche Fahrzeuge nicht überall durchpassen – in Cottbus musste zum Beispiel ein Anwohner seinen Gartenzaun versetzen“, so Jurrmann.

An der Grundschule "Johann Wolfgang von Goethe" in Eisenhüttenstadt kamen die Schülersprecherinnen und Schülersprecher der fünften und sechsten Klasse mit den Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises und des Busverkehrunternehmens Oder-Spree zusammen © Karolin Ring An der Grundschule "Johann Wolfgang von Goethe" in Eisenhüttenstadt kamen die Schülersprecherinnen und Schülersprecher der fünften und sechsten Klasse mit den Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises und des Busverkehrunternehmens Oder-Spree zusammen.

Ein spannender Diskussionspunkt war das autonome Fahren. Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler waren gemischt – etwa die Hälfte gab an, sich dabei nicht sicher zu fühlen. Flora aus Eisenhüttenstadt äußerte die Sorge, dass etwas passieren könnte. Die Mobilitätsplaner beruhigten sie: Zukünftige autonome Busse könnten mit Kameras, Bildschirmen oder Hologrammen ausgestattet sein, die Rückmeldung über das Geschehen im Fahrzeug geben. „Wenn man sieht, was passiert, und weiß, dass Hilfe jederzeit digital gerufen werden kann, gibt das vielen mehr Sicherheit“, erklärte Sören Fischer. Zudem sei davon auszugehen, dass die Fahrzeuge permanent überwacht und bei Störungen automatisch gestoppt werden.

Ein weiteres Thema war der Schülerfahrausweis. Mehrere Kinder äußerten Unverständnis darüber, dass sie nicht mitfahren dürfen, wenn sie ihren Ausweis einmal vergessen. Tim Jurrmann wies auf die gesetzliche Pflicht zur Kontrolle hin, zeigte sich aber offen für neue Denkansätze: „Vielleicht ist es langfristig sinnvoller, wenn alle Kinder und Jugendlichen im Landkreis kostenlos fahren können – das wäre einfacher und gerechter. Aber natürlich ist das eine Frage der Finanzierung, die wir ernsthaft prüfen müssen.“

Auch das Thema Schmierereien im und am Bus wurde angesprochen. Statt zum Beispiel weiter gegen illegale Graffiti vorzugehen, brachte Tim Jurrmann eine kreative Idee ins Spiel: „Wie wäre es, wenn wir einen weißen Bus zur Verfügung stellen, den ihr selbst gestalten könnt?“ Diese Idee stieß bei den Schülerinnen und Schülern auf große Zustimmung – ein Projekt, das vielleicht bald realisiert werden könnte.

Der letzte Halt der MOVE-Tour in diesem Schuljahr findet am 9. Juli im Raum Fürstenwalde statt.

Datum: 19. Juni 2025