Landwirtschaftstour 2025: Kreisbauernverband gibt Einblicke in die Region Oder-Spree
Einmal im Jahr lädt der Kreisbauernverband Oder-Spree die Kreisverwaltung zu einer besonderen Veranstaltung ein – der Kreisbauernbereisung. Ziel dieser Tour, die in der letzten Woche stattfand, ist es, die Verwaltung über die aktuellen Herausforderungen und Chancen in der Landwirtschaft zu informieren und den Dialog zwischen den Landwirtinnen, Landwirten und der Verwaltung zu fördern.
Mit dabei waren neben Landrat Frank Steffen und dem ersten Beigeordneten und Dezernten für Recht und Ordnung, Sascha Gehm, auch Petra Senger, Leiterin des Amtes für Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung, Alexandra Wolff, Sachgebietsleiterin Landwirtschaft, Oliver Kühne, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung und Infrastruktur und Kreissprecherin Karolin Ring.
Die diesjährige Kreisbauernbereisung unter der Regie des Vorsitzenden Hartmut Noppe führte die Teilnehmenden zu verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben in der Region Steinhöfel/Fürstenwalde. Das Programm war straff organisiert und die verschiedenen Stationen lieferten spannende Einblicke in die Vielfalt der Landwirtschaft in Oder-Spree.
Erster Stopp war der Milchviehbetrieb von Milsana-Firmenchef Erik Zijlstra. Jede seiner knapp 1800 Milchkühe gibt im Schnitt 40 Liter am Tag. Das Unternehmen, das seit 20 Jahren als Familienbetrieb geführt wird, ist mit einer Gesamtinvestition von rund elf Millionen Euro zu einem wichtigen Akteur in der Region geworden. Neben der klassischen Milchwirtschaft betreibt der Betrieb auch Mutterkuhhaltung und einen Ökobetrieb. Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf erneuerbare Energien, die für den Betrieb von wirtschaftlicher Bedeutung sind. Erik Zijlstra: „Alles, was sie hier sehen, wurde durch Fleiß und harte Arbeit erworben."
Ein weiteres zukunftsweisendes Thema, das bei der Kreisbauernbereisung zur Sprache kam, war Agroforstwirtschaft. Benjamin Meise, Inhaber und Geschäftsführer der Fürstenwalder Agroprodukte GmbH, erklärte, wie Bäume auf Feldern dazu beitragen können, Mikroklimas zu schaffen, Winderosion zu verhindern und Wasser in der Region zu halten. Dieser innovative Ansatz ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Klimafitness der Landwirtschaft.
Pappeln, als schnell wachsende Gehölze, spielen dabei eine wichtige Rolle. Durch ihre Integration in die landwirtschaftliche Produktion können sie dazu beitragen, die Resilienz der Landwirtschaft gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels zu erhöhen.
Ein weitere Betrieb, der bei der Bereisung besichtigt wurde, war Agravis. Das Agrarhandelsunternehmen agiert in den Geschäftsfeldern Tierhaltung, Pflanzenbau und Agrartechnik, produziert am Standort Fürstenwalde seit 1975 Mischfutter und bietet auch Getreidelagerung an. Mit 175 Mitarbeitenden und einer Produktion von 300.000 Tonnen Mischfutter pro Jahr gehört Agravis zu den bedeutendsten Playern in der Region.
Die Effizienz des Unternehmens zeigt sich auch in der schnellen Produktion von Futter: Pro Minute wird eine Tonne Futter produziert. Ein weiteres Thema war die Getreidelagerung, wobei Agravis über 85.000 Tonnen Lagerkapazität verfügt. Die Lagerung des Getreides wird durch eine gute Anbindung an den Wasserweg und den Ausbau des Spreekanals unterstützt. Dies bietet Vorteile in Bezug auf die Logistik, da der Transport über den Wasserweg wesentlich günstiger ist als der mit dem Lkw.
Im Mittelpunkt der Landwirtschaftstour stand die Frage, wie die Verwaltung und der Landrat dabei helfen können, Probleme aus dem Weg zu räumen und gute Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu schaffen. Landrat Frank Steffen: „Vieles, was zum Beispiel das Thema Komplexität von Förderanträgen angeht, haben wir nicht selbst in der Hand – das wird auf höheren Ebenen geregelt. Aber ich kann den Landwirtinnen und Landwirten in unserem Landkreis zusichern, dass ich mich immer für sie und ihre Interessen einsetzen werde."
Datum: 25. März 2025