Praktikum im Gesundheitsamt überzeugt Medizinstudentin Jasmin Troschier
© Timo Kinzel
Jasmin Troschier, Medizinstudentin und Famulatin, bei ihrer Arbeit in einem Untersuchungsraum im Gesundheitsamt
Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aktuell im Gesundheitsamt des Landkreises Oder-Spree tätig. Neu im Team dabei ist die Medizinstudentin Jasmin Troschier aus Rostock. Die 26-jährige absolvierte ein vierwöchiges Praktikum, auch Famulatur genannt, im Gesundheitsamt.
„Ich war gleich von Beginn an bei den Schuleingangsuntersuchungen dabei und durfte diese dann auch nach kurzem Zuschauen selbst durchführen“, erzählt Jasmin. Bei dieser Untersuchung wird geprüft, ob ein Kind geistig, körperlich und auf sozialer Ebene bereit für den Schulunterricht ist. Gerade die Arbeit mit den Kindern habe ihr besonders viel Spaß gemacht, ergänzt die angehende Ärztin, die im Landkreis Oder-Spree aufgewachsen ist.
Doch warum hat sie sich überhaupt dafür entschieden, eine Famulatur in einem Gesundheitsamt und nicht etwa in einer renommierten Klinik zu machen?
„Ich arbeite neben dem Studium schon auf der herzchirurgischen Station des Uniklinikums Rostock. Da wollte ich mir für ein Praktikum bewusst einen Ort suchen, der abseits vom Klinikalltag liegt. Während einer Vorlesung an der Uni hatte sich dann ein Mitarbeiter vom Gesundheitsamt und seine dortige Arbeit vorgestellt. Ich fand das sofort interessant und da meine Familie hier aus der Region stammt, hat sich dann das Gesundheitsamt in Beeskow als Praktikumsstätte prima angeboten.“
Unter der Leitung von Ricardo Saldaña-Handreck, dem stellvertretenden Sachgebietsleiter des Amtsärztlichen Dienstes, durchläuft Jasmin jetzt sämtliche Bereiche im Gesundheitsamt. Gerade die Vielfalt ihrer Aufgaben begeistere sie, erzählt sie weiter. Neben der Untersuchung von Schulkindern und zum Beispiel auch Beamtinnen und Beamten ist sie für die Überprüfung der Hygienekonzepte in Pflegeheimen und Krankenhäusern zuständig.
„Ich war bei der Begehung in einem Pflegeheim dabei. Auf diesem Weg bekomme ich nochmal einen ganz anderen Blick auf solche Einrichtungen.“ Ihr sei bewusst geworden wieviel Verantwortung ein Gesundheitsamt für die gesundheitliche Lage der Bevölkerung trägt. Und das nicht nur in Zeiten einer Pandemie. „Gerade dieser öffentlichkeitsnahe Aspekt meiner Arbeit hier gefällt mir. Dass man für viele Bürgerinnen und Bürger mitdenken und diverse gesundheitliche Vorgänge im Blick behalten muss“, erklärt Jasmin.
Ob sie sich vorstellen kann, in Zukunft selbst einmal als Amtsärztin tätig zu werden?
„Auf jeden Fall. Ich habe noch drei Jahre Studium vor mir und bin auch noch nicht festgelegt, was meine spätere Fachrichtung angeht. Aber nach meinen Erfahrungen, die ich hier schon sammeln durfte, bin ich definitiv offen für eine Karriere im öffentlichen Gesundheitswesen.“
Auch ihren Studienkolleginnen und Mitstudenten würde Jasmin ein medizinisches Praktikum in diesem Bereich empfehlen. „Viele an der Uni wissen auch gar nicht, dass diese Möglichkeit für eine Famulatur mittlerweile existiert“, berichtet sie. Diese Option besteht seit rund vier Jahren dank einer Änderung der Approbationsordnung, in der der öffentliche Gesundheitsdienst der patientennahen Versorgung, also den Hausarztpraxen und Krankenhäusern, gleichgestellt wurde. Seitdem können angehende Ärztinnen und Ärzte ein Praktikum oder sogar ein ganzes praktisches Jahr in einem Gesundheitsamt machen. Jasmin Troschier hat diese Chance ergriffen und in den vier Wochen viel Wissen und Erfahrungen gesammelt.
Datum: 24. März 2025