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Zum Tag des offenen Denkmals kündigt Landrat Frank Steffen an, den Bereich finanziell und personell besser auszustatten

Landrat Frank Steffen spricht vor den Gästen am Tag des offenen Denkmals © Karolin Ring

Viele Menschen waren in den kleinen Innenhof hinter dem Fachwerkhaus in der Brandstraße 38 in Beeskow gekommen. Hier, wo schon im nächsten Frühling ein Dichtergarten entstehen soll, eröffnete Landrat Frank Steffen am Sonntag um 11 Uhr den Tag des offenen Denkmals.

13 Denkmale im Landkreis Oder-Spree gaben einmalige Einblicke hinter sonst verschlossene Türen, darunter erstmals das Schloss Kossenblatt. Die Auftaktveranstaltung gehörte in diesem Jahr aber dem, in der Sanierung befindlichen Fachwerkhaus in der Brandstraße 38 in Beeskow, das zukünftig als Günter-de-Bruyn-Haus genutzt wird.

Bis 2005 konnte jeder bei Michael Breiert und Ulrich Schwarz in der Brandstraße 38 Werkzeug kaufen. Zu diesem Zeitpunkt war das zweigeschossige Fachwerkgebäude selbst schon ein Sanierungsfall. Ein Unternehmer kaufte das alte Haus, stellte einen Abbruchantrag und ließ ein neues Haus planen. Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum fand das spätmittelalterliche Tonnengewölbe der Teilunterkellerung, das frühbarocke Kehlbalkendach mit liegenden Stuhl sowie die annähernd bauzeitlich unveränderten Grundrisse schützenswert, deshalb wurde der eingereichte Abbruchantrag von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Oder-Spree abgelehnt und als Einzeldenkmal unter Schutz gestellt.

Die Sanierungskosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro übernehmen zu 80 Prozent das Land Brandenburg und der Bund. Die Stadt Beeskow beteiligt sich mit den restlichen Mitteln.

In seiner Eröffnungsrede betonte Landrat Frank Steffen die Verantwortung gegenüber der Denkmalpflege, nicht nur seiner Verwaltung, der unteren Denkmalschutzbehörde, sondern von uns allen: „Denkmale schützen heißt, unsere kulturelle Identität zu schützen und zu bewahren. Wir, als Landkreis haben eine besondere Verantwortung für Denkmale in unserer Region, deshalb wird der Bereich Denkmalpflege nicht nur personell besser ausgestattet, sondern auch die Denkmalförderrichtlinie soll finanziell aufgestockt werden.“

Frank Steffen ergänzte weiterhin: „Mir hat mal jemand gesagt ‚Abgerissen ist schnell‘. Wir sollten bei historischen Gebäuden immer genau hinschauen und überlegen, wie wir diese prägenden Zeugnisse der Menschen Geschichte es erhalten können, auch wenn es mit einem deutlichen Mehraufwand verbunden ist.“

Anfang Mai 2025 soll das sanierte Fachwerkhaus mit der Günter-de-Bruyn-Stiftung eröffnen und Beeskow damit zu einem neuen literarischem Zentrum in Brandenburg machen.

Datum: 9. September 2024