Landrat Frank Steffen und 1. Beigeordneter Sascha Gehm übergeben Fördermittelbescheide
Denkmalförderrichtlinie im Landkreis Oder-Spree - Bewahrung von Geschichte und Kultur für kommende Generationen
Der Landkreis Oder-Spree setzt sich mit seiner Denkmalförderrichtlinie aktiv für den Erhalt des kulturellen Erbes in der Region ein. Durch die finanzielle Unterstützung von Sanierungs-, Restaurierungs- und Sicherungsmaßnahmen werden historische Bauwerke bewahrt und wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit gesichert.
Ziel der Förderung ist es, Eigentümerinnen und Eigentümern, Vereinen und Gemeinden bei der Pflege, Wiederherstellung und Instandhaltung denkmalgeschützter Objekte zu helfen. Damit sollen historische Gebäude und Anlagen als sichtbare Zeugnisse der Geschichte erhalten und zugleich ihre Nutzung langfristig gesichert werden.
Gefördert werden Maßnahmen zur Ermittlung des baulichen Zustands, zur Erhaltung oder Wiederherstellung sowie zur Erläuterung von Denkmalen. Dazu zählen Gutachten, Planungen, Restaurierungen oder Notsicherungen. In der Regel können bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen werden – bis zu 10.000 Euro für Einzeldenkmale und bis zu 5.000 Euro für Denkmalbereiche. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht jedoch nicht; die Entscheidung richtet sich nach den verfügbaren Haushaltsmitteln.
Landrat Frank Steffen übergibt Fördermittelbescheide an drei Projekte im Landkreis Oder-Spree:
Fürstenwalde – Jüdischer Friedhof
Im Park der Jahreszeiten in Fürstenwalde wird derzeit die Mauer des Jüdischen Friedhofs abschnittsweise saniert. Grundlage ist ein vorhandenes Sanierungskonzept, das in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden umgesetzt wird. Die Arbeiten umfassen die Reparatur und Ergänzung der Mauerkrone, die Neuverfugung, die Risssanierung sowie die Ergänzung fehlender Ziegel – alles unter Achtung der jüdischen Begräbniskultur und des historischen Bestands.
Sauen – Ehemalige Orangerie
In Sauen sind die Regenrinnen der ehemaligen Orangerie stark beschädigt, wodurch das Mauerwerk Feuchtigkeitsschäden aufweist. Um den Erhalt des Bauwerks zu sichern, werden die Regenrinnen rekonstruiert, die Entwässerung wiederhergestellt und das Mauerwerk instand gesetzt.
Bornow – Dorfkirche
In Bornow wird die Sanierung des Turms und Kirchenschiffs fortgeführt. Das Dach des Kirchenschiffs erhält eine neue Biberdeckung, offene Fugen werden erneuert und beschädigte Ziegel ausgetauscht. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum langfristigen Erhalt des historischen Bauwerks geleistet.
Darüber hinaus hat der 1. Beigeordnete des Landkreises Oder-Spree, Sascha Gehm, zwei Denkmalförderbescheide übergeben:
Eisenhüttenstadt - „Hotel Lunik“
Für das Einzeldenkmal „Hotel Lunik“ in Eisenhüttenstadt wird ein Gutachten zum Bauzustand des Erdgeschosses und der Fassade gefördert. Dieses bildet die Grundlage für notwendige Sicherungs- und Sanierungsarbeiten und ermöglicht es, weitere Fördermittel aus anderen Programmen zu beantragen.
Oliver Funke, Geschäftsführer der Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft GmbH (GeWi) und Sascha Gehm
Grünheide - Sowjetisches Ehrenmal
Ein weiterer Förderbescheid ging an die Gemeinde Grünheide. Unterstützt wird die Sanierung des Putzes am Sowjetischen Ehrenmal an der Anschlussstelle Erkner der A10. Das weithin sichtbare Denkmal erinnert an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und ist ein wichtiger Erinnerungsort.
Beide Vorhaben werden mit jeweils 5.000 Euro bezuschusst. Der Landkreis würdigt damit das Engagement der Eigentümer und Gemeinden, die sich für den Schutz und die Pflege der Denkmale in unserer Region einsetzen.
Denkmalpflege ist ein aktiver Beitrag zur Erinnerungskultur und zur Identität des Landkreises Oder-Spree. Mit der Denkmalförderrichtlinie unterstützt der Landkreis Menschen, die Verantwortung übernehmen und Geschichte sichtbar halten. So wird Vergangenheit bewahrt – und Zukunft gestaltet.
Datum: 10. November 2025