Feuerwehr des Landkreises Oder-Spree nahm an grenzüberschreitender Übung in Reppen teil
Am 11. Oktober 2025 nahm die grenzüberschreitende Einheit der Feuerwehr des Landkreises Oder-Spree an einer Großübung im benachbarten Reppen (poln. Rzepin) teil. Insgesamt beteiligten sich 70 Kameradinnen und Kameraden aus dem Landkreis Oder-Spree gemeinsam mit 80 Einsatzkräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Słubice an der Übung auf dem Gelände der Firma Steinpol Central Services Sp. z o.o.
Realitätsnahe Einsatzsimulation
Ziel der Übung war die Vorbereitung und Durchführung von Rettungs- und Löschmaßnahmen im Falle eines Brandes in einer Möbelfabrik. Das Szenario umfasste realitätsnahe Einsatzsituationen mit Explosionen, Chemieunfällen und verletzten Personen. Die Übung fand im Rahmen des Arbeitsplanes für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Słubice und dem Landkreis Oder-Spree im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes statt.
Im angenommenen Szenario kam es auf dem Werksgelände zu einem Brand von Produktionskomponenten, der sich ungestört ausbreitete und auf weitere Hallen überzugreifen drohte. Durch die starke Rauchentwicklung war der Einsatz unter Atemschutz erforderlich. Zudem wurde angenommen, dass sich vermutlich mehrere verletzte Personen in der Produktionshalle befanden. Aufgrund des angenommenen Schadensausmaßes wurden weitere Einsatzkräfte und Material aus dem Landkreis Oder-Spree angefordert. Das Risiko wurde zusätzlich durch die Simulation möglicherweise giftiger Dämpfe erhöht.
Da es sich um eine geplante Übung handelte, wartete ein Begleitfahrzeug der grenzübergreifenden Brandschutzeinheit an der Grenze. Auf den Einsatz des Martinshorns wurde während der Fahrt zum Übungsort verzichtet. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Üben von Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren beider Landkreise.
Schwerpunkte der Übung
Während der Übung wurden insbesondere folgende Themen trainiert:
- Menschen- und Kameradenrettung
- Aufbau der Wasserversorgung auf dem Betriebsgelände unter Nutzung der dortigen Löschwasserbevorratung
- Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Einsatzkräften sowie mit den Mitarbeitenden des Unternehmens
- Funkkommunikation und Einsatzkoordination zwischen den beteiligten Einheiten
Darüber hinaus wurden Abläufe der Brandbekämpfung, Evakuierung, medizinischen Erstversorgung und des Transports Verletzter in umliegende Krankenhäuser geübt.
Erfahrungen und Einschätzungen
„Die diesjährige Übung wird, im Gegenteil zu der Übung, die für den Herbst 2024 geplant war, durchgeführt", bekräftigte Christian Weiß, Kreisbrandmeister des Landkreises Oder-Spree, in der Vorbesprechung der Übung. „Die Hochwasserlage im vergangenen Jahr hatte unsere, sowie die Kräfte der Kameraden der polnischen Feuerwehren gefordert. Die Übungen werden aufgrund der Bestimmung der Vereinbarung zwischen den Landkreisen von 2004 abgestimmt und festgelegt.“
„So waren wir gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehren des Landkreises Oder-Spree im Jahr 2023 in Celle“, ergänzte Michał Borowy, Kommandant der Staatlichen Feuerwehr des Landkreises Słubice, die Aussage des Kreisbrandmeisters.
Karsten Schwebe, der den Einsatz der grenzübergreifenden Löscheinheit koordinierte, hob die hohe Motivation der Teilnehmenden hervor: „Es ist sicherlich nicht so, dass es den polnischen Kameraden an Mannstärke oder technischer Ausrüstung fehlt. Krisenhafte Situationen kennen unter Umständen keine Grenzen und eine gemeinsam absolvierte Übung wirkt sich immer positiv auf die Einsatzbereitschaft der Kameraden vor Ort aus. Zudem können bei derartigen Übungen neue, wertvolle Erfahrungen im Bereich der Einsatzkoordination im internationalen Umfeld gesammelt werden.“
Herausforderungen und Erkenntnisse
Die Übung stellte die Einsatzkräfte vor verschiedene technische und logistische Herausforderungen. So musste die Kommunikation zwischen der deutschen und der polnischen Einsatzleitung aufgebaut und im weiteren Verlauf auf dem unübersichtlichen Werksgelände aufrechterhalten werden. Zudem wurde das Löschwasser über längere Distanzen vom Bevorratungsbehälter bis zur Einsatzstelle gefördert. Die starke Rauchentwicklung erschwerte die Übung zusätzlich. Auch die Sprachbarriere zwischen den eingesetzten Statisten und Einsatzkräften erwies sich als realistisches, aber wertvolles Trainingselement für den Ernstfall.
Ausblick auf die Zusammenarbeit
„Die Kameraden unserer Feuerwehren machen, soweit ich das beobachten konnte, auch hier einen guten Job“, so Kreisbrandmeister Weiß. „Das Zusammenspiel mit den polnischen Kameraden muss jedoch vertieft werden. Über die weiteren Möglichkeiten des Zusammenwirkens tausche ich mich in regelmäßigen Abständen mit dem Kommandanten der Kreisfeuerwehr in Słubice aus. In der nächsten Beratung am 23. Oktober werden wir nicht nur die Übung auswerten, sondern auch die Vorhaben für das Jahr 2026 diskutieren und festlegen. Neben dem Drohneneinsatz, der unseren Wirkungsradius erweitert und unsere Einsätze sicherer macht, wird auch das Thema Koordinierung grenzübergreifender Einsätze durch die Leitstelle in Frankfurt (Oder) und das Koordinierungszentrum in Landsberg an der Warthe (Gorzów Wielkopolski) besprochen werden.“
„Es gibt viel zu tun, aber wir werden es gemeinsam schaffen. Dann sind wir auf Herausforderungen vorbereitet, die in Extremsituationen auftreten“, ergänzte Herr Borowy, Kommandant der Kreisfeuerwehr des Landkreises Słubice.
Datum: 15. Oktober 2025