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Radwege für die Gigafactory – Landkreis Oder-Spree beschließt fortgeschriebenes Tesla-Radwegekonzept

Was 2019 mit Elon Musks Ankündigung begann, eine Gigafactory in Grünheide zu bauen, stellt den Landkreis Oder-Spree bis heute vor eine der komplexesten Planungsaufgaben seiner Geschichte. Mit der Beschlussvorlage 019/2026 hat der Kreistag nun die Fortschreibung des TESLA-Radwegekonzepts (Stand 12/2025) als verbindliche Arbeitsgrundlage verabschiedet – ein Dokument, das weit mehr ist als ein Straßenbauplan.

Ein Masterplan mit Weitblick

Das Konzept denkt Mobilität neu. Statt nur auf bestehende Verkehrsströme zu reagieren, verfolgt der Landkreis einen entscheidenden Paradigmenwechsel: Infrastruktur soll durch ihre Attraktivität neue Bedarfe erst erzeugen und das Fahrrad – kombiniert mit dem ÖPNV – als echtes Konkurrenzangebot zum Auto etablieren. Ein sternförmiges Netz aus 15 Radwegen (RW 01 bis RW 15) soll die Gigafactory langfristig aus allen Hauptrichtungen im 20-Kilometer-Radius lückenlos zugänglich machen.

Das ist kein Wunschdenken, sondern ein handfestes Steuerungsinstrument: Das Konzept dient als Grundlage für Fördermittelanträge bei Bund und Land, als Koordinationsrahmen mit Nachbarkommunen und -kreisen sowie als Basis für die Aufnahme der Routen in das Zielnetz Brandenburg 2040.

Der Dreh- und Angelpunkt: Bahnhof Fangschleuse

Herzstück der gesamten Planung ist der neue Bahnhof Fangschleuse, der zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Betrieb gehen soll. Er wird künftig die primäre Schnittstelle zwischen Schiene und Radverkehr bilden. Deshalb hat der Landkreis den Radweg RW_05.1 (Gottesbrück – Bahnhof Fangschleuse neu) als erste prioritäre Maßnahme bereits in der Umsetzung: Baubeginn war April 2026, die Fertigstellung ist für Juli 2026 geplant. Die Gesamtkosten liegen bei rund 976.700 Euro, davon werden etwa 652.500 Euro über das Förderprogramm „Stadt und Land" finanziert. Ab 2026 läuft zudem die Planung für den Radweg RW_04.4 (L23 – GVZ Freienbrink), der 2028 fertiggestellt werden soll.

Warum dieser Beschluss für Kommunen wegweisend ist

Dieser Beschluss ist weit über den Landkreis Oder-Spree hinaus von Bedeutung. Er zeigt, wie eine Kommune mit einer großen Industrieansiedlung proaktiv umgeht – nicht reaktiv, sondern planend, koordinierend und förderfähig. Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Gemeinden, Landesbehörden, Autobahn GmbH, Deutsche Bahn und Tesla selbst in einem gemeinsamen Arbeitskreis ist in dieser Form bislang einmalig.

Gleichzeitig liefert das Konzept ein klares Argument für Klimaschutz und Lebensqualität: Wer tausende Pendler vom Auto aufs Rad bringt, entlastet Straßen, senkt CO2-Emissionen und verbessert die Verkehrssituation für alle – Anwohnerinnen und Anwohner eingeschlossen.

Das vollständige Konzept finden Sie hier:

Datum: 11. Juni 2026